Holz statt problematische Chemikalien in Kassenzetteln: Ein Lausanner Forschungsteam hat eine neue Rezeptur für Kassenzettel entwickelt, die ohne die Chemikalien BPA und BPS auskommt.
Wie das Forschungsteam der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Lausanne (EPFL) in der Fachzeitschrift "Science Advances" berichtet, basiert die neue Beschichtung auf Lignin, einem Hauptbestandteil von Holz. Toxikologische Tests bestätigten die Sicherheit der eingesetzten Komponenten.
Thermopapier, das für Kassenzettel oder Etiketten verwendet wird, enthielt über Jahrzehnte BPA oder BPS. Diese Substanzen gelten als hormonell wirksam und können über die Haut in den Körper gelangen. In der Schweiz ist BPA seit Juli 2025 - ebenso wie weitere Bisphenole - in Materialien verboten, die mit Lebensmitteln in Kontakt kommen.
Lange Suche nach Ersatzstoffen
Aufsichtsbehörden und Hersteller suchen daher seit Langem nach geeigneten Ersatzstoffen, wie die EPFL in einer Mitteilung zur Studie schrieb. Die Entwicklung erwies sich demnach bisher jedoch als schwierig: Eine weniger toxische Alternative muss bei der richtigen Temperatur reagieren, über längere Zeit lagerstabil bleiben, sich gut mit anderen Beschichtungsbestandteilen mischen lassen und zugleich unerwünschte Hintergrundverfärbungen vermeiden. Viele der bisher vorgeschlagenen biobasierten Materialien scheiterten laut der Hochschule an einem oder mehreren dieser Anforderungen.
Die nun vorgestellte Lignin-basierte Beschichtung erfüllt laut der Studie diese Kriterien. Bei Erwärmung entstehen klare Druckbilder mit einer Farbdichte, die den Anforderungen kommerziellen Thermopapiers entspricht. Die Beschichtungen blieben über Monate stabil, und gedruckte Logos waren selbst nach einem Jahr noch gut lesbar.