Lift defekt

Skandal: Ältere mussten über Weihnachten in ihren Wohnungen festsitzen

Seit 20.12.2025  ist der Lift in der Adalbert-Stifter-Straße 35/6/25 außer Betrieb ist, wodurch die Mieter bis zu 10 Stockwerke zu Fuß bewältigen mussten. Frau Maxian konnte daher nicht mit ihrer Mutter Weihnachten feiern, da diese die Stockwerke nicht zu Fuß bewältigen kann. 

"Ich, Tamara MAXIAN, bin Mieterin der Wohnung Adalbert-Stifter-Straße 35/6/25 und möchte hier schriftlich festhalten, dass ich in Zukunft meine Miete mit Vorbehalt bezahlen werde. Dies wird schon vorausschauend so von mir gehandhabt werden, da ich den Aufzug brauche, um meine Wohnung zu erreichen", heißt es in einem Brief, der der Redaktion vorliegt.

"Keine ausreichende Information"

Frau Maxian schreibt weiter: "In den letzten Jahren hatte der Aufzug immer öfter technische Gebrechen. Dieses Jahr war es vermehrt der Fall, dass der Aufzug tagelang nicht funktioniert hat." Die Mieter seien von Wiener Wohnen nicht informiert worden, warum der Aufzug nicht funktioniert oder wann das wieder der Fall sein wird. "Ein Zettel am Aufzug im Erdgeschoss der besagten zuständigen Aufszugsfirma ist für mich keine ausreichende Information an alle Mieter in der heutigen Zeit."

Skandal: Ältere mussten über Weihnachten in ihren Wohnungen festsitzen
© Michael Niegl

Frau Maxian schreibt, dass ihre 80 jährige Mutter Weihnachten alleine verbringen musste, "weil sie es nicht mehr zu mir in den 8 Stock schafft.. Haben Sie an die älteren Menschen unseres Hauses gedacht?  Was passiert, wenn jemand einen medizinischen Notfall hat? Muss ich bei einem Herzinfarkt sterben, bis die Rettung mit Sack und Pack bei mir im 8. Stock ist?"

"Jede Beschwerde verläuft im Sande"

Jede Beschwerde an Wiener Wohnen über verschiedenste Themen verlaufe im Sande, so Frau Maxian.  Dieser Tage habe sie wieder urgiert, dass der Aufzug seit dem 20.12.2025 nicht funktioniert und gleichzeitig um einen Rückruf von einem Verantwortlichen gebeten, "weil ich nun eine Mietminderung fordere." Im Call Center  habe ihr niemand weiterhelfen können.

Skandal: Ältere mussten über Weihnachten in ihren Wohnungen festsitzen
© Michael Niegl

Sie sagt: "Es ist fast ausschließlich jedes Mal so, wenn ich anrufe. Die einen interessierts nicht, die anderen kennen sich nicht aus, gerade ist keiner da der sich auskennt, man soll morgen nochmals anrufen, oder es ist einfach zu spät für mein Anliegen, manche sind genervt und unfreundlich weil schon wieder das Telefon läutet oder oder oder." 

Eine Wende kommt: "Heute habe ich nochmals angerufen und gefragt, wann mich denn der Anruf des Verantwortlichen erreichen wird. Siehe da, es wurde alles aufgenommen, aber ohne nieder zu schreiben, dass es auch um eine Mietminderung geht. Da hat mir doch der nette und wie es scheint kompetente Mitarbeiter erklärt, dass dazu ein Antrag ausgefüllt werden muss und mir versichert das er dies jetzt für mich tun wird. Na sowas aber auch, komisch, dass mir die Information einen Tag zuvor nicht erteilt werden konnte. Der hat in der gleichen Minute des Auflegens wieder vergessen, warum ich eigentlich angerufen habe. Finden Sie dafür noch Worte?"

Rechtsschutzversicherung abschließen

Frau Maxian schreibt in Ihrem Brief: "Ich werde nun, nur wegen Wiener Wohnen, eine Rechtsschutzversicherung abschließen, da ich in Zukunft nur noch mit einem Anwalt sprechen muss und mich mit euch nicht mehr ärgern will. Vielleicht können Sie sich vorstellen, dass wir 'Normalos' im Moment ganz andere Probleme haben." Und weiter: "Wer kümmert sich um die Menschen, die im Aufzug stecken bleiben und dann Platzangst haben, weil Ihnen so etwas passiert ist. Auch ich bin schon stecken geblieben."

Skandal: Ältere mussten über Weihnachten in ihren Wohnungen festsitzen
© Michael Niegl

Frau Maxians Brief gipfelt in dem Satz: "Ich schreibe diese Mail an alle Menschen, die verantwortlich sind und auch an die Menschen, die sich vielleicht oder hoffentlich verantwortlich fühlen,
denn einen Anwalt kann ich mir privat ohne Versicherung nicht leisten, sonst würde ich nicht im sozialen Wohnbau wohnen! Ich möchte ernst genommen werden, wenn ich wo anrufe und etwas zu sagen habe. Ich erwarte und bestehe auf einen Rückruf bzgl. meiner Beschwerde als auch der von mir eingeforderten Mietminderung von einer Person bei Wiener Wohnen, die etwas entscheiden kann und hier auch endlich Druck macht, so kann das nicht weiter gehen!"

"So kann das nicht weitergehen"

Michael Niegl, Abgeordneter z. Wiener LdTg. u. GR, Wohnbau-Ombudsmann FPÖ-Wien, der auf den Fall aufmerksam gemacht hat, versichert: "Diese Situation ist unerhört, Mieter eines 10-stöckigen Hauses müssen über die Feiertage ohne Aufzug auskommen und Wiener Wohnen findet es nicht der Mühe wert, etwas zu unternehmen: Die Beschwerden einfach ignoriert, obwohl ältere Menschen dadurch in ihren Wohnungen über Weihnachten festsitzen, das ist ein handfester Skandal. Es zeigt aber auch, wie wenig Wiener Wohnen die Verpflichtung als Vermieter wahrnimmt."

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