"Er hat mich erpresst"

Opfer (16) des Youtube-Sex-Täters spricht

Die Sex-Attacke auf ein Mädchen war kein Einzelfall. Jetzt packt weiteres Opfer aus.

Dieser Fall hat für gewaltigen Wirbel gesorgt. Nach einer Sex-Attacke auf ein 16-jähriges Mädchen in Wien-Liesing schickte die Polizei ein falsches Fahndungsfoto aus. Es zeigte den US-Youtuber Sam A. (23), statt den tatsächlichen Täter – ÖSTERREICH berichtete. Mit diesem Fake-Profil sucht der Sex-Gangster nach weiteren Opfern im Internet. Eines hat sich jetzt gegenüber ÖSTERREICH geoutet: Michaela, ebenfalls 16, Schülerin einer Pflegefachschule der Caritas in Niederösterreich. Sie schildert, wie sich das Sex-Phantom auf Facebook an sie heranmachte und wie sie ihm im letzten Augenblick entkommen ist.

+++ Die Chat-Protokolle: Alles begann so harmlos, dann wurde es unheimlich +++

Diesmal nannte sich der Unbekannte "Nico Müller" – und wieder verwendete er das "gestohlene" Foto des jungen Internet-Stars aus Kalifornien. "Er hat eine Freundschaftsanfrage an mich gerichtet, ich bin darauf eingegangen. Am Anfang war er auch ur-lieb", sagte Michaela.

Dann forderte "Nico Müller" normale und Bikini-Fotos der Schülerin, was sie befolgte. Als er dann Nacktfotos verlangte, lehnte Michaela ab. Er fing an, sie unter Druck zu setzen, kündigte einen Selbstmord an und verschickte an den Internet-Flirt ein Bild seiner Hand, die er sich angeblich aufgeschnitten hatte.

Täter macht sich 
über Polizei lustig

In diesem Augenblick wird es für Michaela unheimlich. Sie stellt den Chat ein, er meldet sich wieder: "Schreib sofort zurück, sonst wird was mit deinen Bildern passieren", schreibt "Nico Müller". Später stellt er die Fotos online.

Als die Schülerin mit einer Anzeige bei der Polizei droht, macht sich der Sex-Täter über die Exekutive lustig. "Mein Foto ist nicht echt, der Name stimmt nicht. Die werden mich nie finden …"

Schließlich versucht der Unbekannte, Michaela zu einem Treffen in Wien zu locken. Sie erscheint nicht. "Nur so bin ich ihm entkommen, ich hatte großes Glück." Das erfährt sie aus den Medien, die über den schrecklichen Parallelfall vom 23. Dezember des Vorjahres berichten und das Fake-Foto zeigen, mit dem auch Michaela geködert wurde.

Damals wurde ein Mädchen ebenfalls mit dem Bild des Youtube-Stars geködert. Sie verabredete sich in einem Skaterpark in Wien-Liesing und musste ein Martyrium über sich ergehen lassen. Der falsche Sam A. fiel über sie her, schlug sie und raubte ihr das Handy. Mit einem gezogenen Messer wollte der Täter sein Opfer zum Oralsex zwingen. Der 16-Jährigen gelang die Flucht mit der U-Bahn nach Hause. Von dort aus alarmierte sie die Polizei.



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