Jugendamt nimmt Mutter Baby weg
Jugendamt nimmt Mutter Baby weg

Familiendrama

Jugendamt nimmt Mutter Baby weg

Vier Tage nach der Geburt musste sich die Mutter von ihrem Kind trennen.

Sie drückt ihr Baby fest an sich. Ein letztes Mal den Herzschlag der Kleinen hören, ein letztes Mal ihren frischen Geruch einatmen. Wann sie ihre Tochter wieder sieht, ist ungewiss. Sie muss sich von dem Kind trennen – nur vier Tage nach der Geburt. Im Spital. Weil es das Jugendamt so beschlossen hat.

Darf ein Amt ein Neugeborenes so früh von seiner Mutter trennen? Es passierte am Sonntag im Krankenhaus Tulln. Vor fünf Tagen brachte Jasmin M. (27) (ist bereits Mutter von drei Kindern) ihr Töchterchen Joleen per Kaiserschnitt zur Welt: 52 Zentimeter groß, 4.000 Gramm schwer. Die Mutter: „Es war kein Wunschbaby, aber ich liebe es.“

Junge Mutter saß zuvor in der Untersuchungshaft
Zwei Tage nach der Geburt steht der Arzt mit einem Fax vom Jugendamt vor ihr. Darin steht: „Die Kindeseltern dürfen das Kind nicht in Pflege und Erziehung übernehmen ...“ Die Mutter ist schockiert: „Ich wollte bei der Polizei Anzeige erstatten, aber die haben mich weggeschickt.“

Rückblick. Vor einem Jahr saß Jasmin M. vier Wochen in Untersuchungshaft wegen des Verdachts auf Erpressung. In dieser Zeit nahm ihr das Jugendamt die Kinder weg. Seitdem kämpft Jasmin um ihre Familie. Ein Pflegschaftsverfahren ist beim Bezirksgericht Hollabrunn anhängig – bisher ohne Urteil. Das Jugendamt war am Sonntag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Video: So passierte das Familiendrama.

(abs)

ÖSTERREICH sprach mit Psychologin Rotraud Perner über den Fall

ÖSTERREICH: Wie schlimm ist die Trennung für ein Baby von der Mutter wenige Tage nach der Geburt?
Rotraud A. Perner: Das ist eine Katastrophe für das Kind. Es ist die Herztöne der Mutter gewohnt. Egal aus welchem Grund, man darf das Kind nicht so früh von der Mutter wegnehmen, sondern sollte allenfalls jemanden dazustellen, der aufpasst, dass dem Baby nichts passiert.

ÖSTERREICH: Welche Auswirkungen kann eine Trennung auf das Kind haben?
Perner: Es könnte später unter unerklärlichen Angstzuständen leiden.

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