Nach 12 Jahren

Diagnose Burnout: Rumelhart tritt als Bezirksvorsteher von Mariahilf zurück

Markus Rumelhart tritt als Bezirksvorsteher von Mariahilf zurück. Der SPÖ-Politiker kämpft mit einem Burnout und zieht nun Konsequenzen. Mit Julia Lessacher steht bereits eine Nachfolgerin bereit. 

Markus Rumelhart war über ein Jahrzehnt das politische Gesicht von Mariahilf. Nun zieht sich der SPÖ-Bezirksvorsteher zurück. Die Diagnose Burnout zwingt ihn dazu, einen Schlussstrich zu ziehen. "Seit vielen Monaten führe ich nun einen Kampf für meine Gesundheit", erklärte Rumelhart. Der Abschied falle ihm schwer. "Diese Entscheidung hat mich große Überwindung gekostet und sie schmerzt mich", sagte er. Trotzdem sei sie notwendig. "Ich trage Verantwortung für mich selbst und für eine weiterhin professionelle, verlässliche und engagierte Führung des Bezirks durch die SPÖ Mariahilf", betonte er.

Zwölf Jahre an der Spitze

Seit 2014 führte Rumelhart den 6. Wiener Gemeindebezirk. Schon 2010 war er in die Bezirksvertretung gewählt worden. In diesen Jahren setzte er zahlreiche Projekte um, die das Stadtbild veränderten. Der Esterhazypark wurde zum ersten Cooling-Park, in der Otto-Bauer-Gasse entstand eine Begegnungszone, auch Schmalzhoftempelpark und Loquaiplatz wurden neu gestaltet. "Sein Einsatz hat Wien ein Stück lebenswerter gemacht", erklärte SPÖ-Rathausklubvorsitzender Josef Taucher. Für Rumelhart selbst war klar, dass seine Aufgabe und seine Gesundheit unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr vereinbar sind. "Die wichtige Aufgabe für den Bezirk und meine Gesundheit lassen sich unter diesen Vorzeichen nicht miteinander verbinden", sagte er.

Ein Vorreiter geht mit Haltung und Herzblut

Markus Rumelhart war der erste Bezirksvorsteher Wiens, der offen homosexuell lebte. Auch dafür wurde er respektiert. "Politik lebt vom Wechsel. Das ist auch gut so", betonte er. Seine bisherige Stellvertreterin Julia Lessacher soll nun übernehmen. "Mit ihr ist eine engagierte Sozialdemokratin bereit, den erfolgreichen Weg der SPÖ Mariahilf konsequent fortzusetzen", erklärte Rumelhart. Die Entscheidung für Lessacher sei für ihn Teil eines geordneten Übergangs.

Diagnose Burnout: Rumelhart tritt als Bezirksvorsteher von Mariahilf zurück
© APA/HOSI/PHILIP BAUER

Dankbarkeit, Vertrauen und neue Verantwortung

"Ich bin ihm sehr dankbar für seine Unterstützung, seine Erfahrung und für das Vertrauen, das er mir über all die Jahre entgegengebracht hat", sagte Julia Lessacher. Sie würdigte die Zusammenarbeit mit Rumelhart als offen, vertrauensvoll und respektvoll. Auch Peko Baxant, Bezirksparteivorsitzender der SPÖ Mariahilf, hob Rumelharts Bedeutung hervor. "Mit wichtigen Projekten wie der Neugestaltung der Otto-Bauer-Gasse und des Christian-Broda-Platzes hat er Orte der Begegnung geschaffen", sagte Baxant. Zum Abschied richtete Rumelhart einen persönlichen Dank an die Menschen in Mariahilf, an die Mitarbeiterinnen der Bezirksvorstehung und an seine Parteikolleginnen. "Ich habe die politische Arbeit für die Menschen in Mariahilf immer mit Herzblut und aus sozialdemokratischer Überzeugung betrieben", betonte er.

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