Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner zeigt sich tief besorgt über das Abkommen, das die Slowakei mit den USA zum Ausbau der Atomkraft unterzeichnet hat.
Kernstück ist der Bau eines neuen Reaktorblocks am Standort Jaslovské Bohunice – nur etwa 80 Kilometer von Hainburg an der Donau entfernt. Die Kosten werden mit bis zu 15 Milliarden Euro beziffert. Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico hat dazu am Samstag US-Präsident Donald Trump in dessen Residenz Mar-a-Lago in Florida getroffen.
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Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) betont: "Ein Atomreaktor in dieser unmittelbaren Nähe zu Niederösterreich ist eine Bedrohung für die Sicherheit unserer Familien und unserer Heimat. Atomkraft ist keine Zukunftstechnologie, sondern eine Gefahr für Europa. Atomkraft darf keine Antwort auf die Energiefragen der Zukunft in Europa sein. Europa muss seine Energie-Zukunft auf saubere, sichere und erneuerbare Energiequellen bauen.“
Bedrohung für die Sicherheit Niederösterreichs
Niederösterreich zeige, dass es anders gehe: mit dem konsequenten Ausbau der Photovoltaik und dem Repowering der Windkraftanlagen. Der NÖ Klima- & Energiefahrplan 2030 sieht den Ausbau von Windkraft auf etwa 8.000 GWh und Photovoltaik auf rund 4.500 GWh bis 2030 vor.
Nach Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) stammen bereits jetzt rund 62 Prozent der slowakischen Stromerzeugung aus Atomkraft. Mit dem neuen Meiler wird sich dieser Anteil weiter erhöhen. "Die Slowakei ist mit ihrem Atomausbau am Holzweg unterwegs. Jetzt ist noch Zeit, um umzukehren. Europa braucht mehr Tempo beim Ausbau der erneuerbaren Energien, nicht neue Atommeiler vor unserer Haustür“, betont Landeshauptfrau Mikl-Leitner abschließend.