Wilde Verschwörungstheorien

Wieder Mega-Wirbel um Pfarrbrief in Kärnten

Der Moosburger Pfarrer stellt Fragen zu einer "Eine-Welt-Regierung", ein Ex-HTL-Professor schreibt von einer "Klimahysterie".  

Nachdem im Sommer der Pfarrer von Preitenegg wüste Verschwörungstheorien rund um die Corona-Impfung in seinem Pfarrblatt verbreitet hat, gibt es nun erneut Wirbel um eine Publikation einer Kärntner Pfarre. Wie die "Kleine Zeitung" am Donnerstag berichtete, stellt der Moosburger Pfarrer Josef Scharf Fragen zu einer "Eine-Welt-Regierung", ein Ex-HTL-Professor schreibt von einer "Klimahysterie". Die Diözese distanziert sich und "behält sich disziplinäre Konsequenzen vor".

"Gibt es Hinweise [. . .] auf eine Eine-Welt-Regierung durch die Vereinten Nationen und mächtige Freimaurerorganisationen, die hinter den Kulissen arbeiten?", fragt der Pfarrer der Gemeinde im Bezirk Klagenfurt-Land im aktuellen Pfarrblatt. Diese "Eine-Welt-Regierung" habe ein Programm, das "atheistisch, materialistisch, antichristlich, ja sogar blasphemisch" sei und "Abtreibungsrechte, sexuelle Indoktrinierung, Mythos Klimawandel" und mehr beinhalte. Er stelle nur Fragen, rechtfertigte sich der Pfarrer gegenüber der "Kleinen Zeitung" - wie der Publikation zu entnehmen ist, auch jene, ob "das letzte Stadium des marxistisch-kommunistischen Planes" umgesetzt werden soll.

Klimahysterie 

In einem Gastkommentar im selben Pfarrblatt schreibt ein pensionierter HTL-Professor davon, dass die "These, dass die Zunahme von CO2 schuld am Klimawandel wäre", längst widerlegt sei. Seine Ausführungen rund um die "Klimahysterie", mit der "gezielt eine Energie- und Güterverknappung herbeigeführt" werde, wird garniert mit der Behauptung: "Die These, dass Erdöl und Erdgas fossilen Ursprungs wären, ist umstritten."

Von der Diözese Gurk gab es scharfe Kritik am Inhalt des Pfarrblattes. Generalvikar Johann Sedlmaier betonte, dass ein Pfarrblatt ein kirchenamtliches Publikationsorgan sei und "der Information über das pfarrliche und kirchliche Leben sowie über Glaubens- und Sittenfragen" diene: "Die Diözese Gurk distanziert sich klar und entschieden von im Moosburger Pfarrblatt verbreiteten Inhalten und behält sich disziplinäre Konsequenzen vor."
 



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