urteil

Baby-Entführung

Kommenden Montag Prozess in Innsbruck

Die Tirolerin steht gleichzeitig wegen Untreue vor dem Schöffengericht.

Wegen Kindesentziehung muss sich am kommenden Montag jene Tirolerin vor einem Innsbrucker Schöffengericht verantworten, die im Juni 2010 ein drei Monate altes Mädchen aus einem Einkaufszentrum in Salzburg entführt hatte. Hauptangeklagt ist aber das Verbrechen der Veruntreuung, wofür eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren droht, teilte Hansjörg Mayr von der Innsbrucker Staatsanwaltschaft der APA mit.

Baby in Salzburger Einkaufszentrum entführt
Die Frau hatte das Mädchen am 9. Juni des vergangenen Jahres entführt, während seine Mutter Gewand in einer Umkleidekabine anprobierte. Obwohl das Einkaufszentrum unmittelbar danach abgeriegelt worden war, gelang der Täterin die Flucht. Aufgrund der veröffentlichten Bilder aus der Überwachungskamera gingen jedoch bald Hinweise ein.

Entführerin nach Großfahndung in Bayern verhaftet
Im Zuge einer großangelegten Fahndung wurde die Entführerin fünf Stunden später in Bayern in Grenznähe zu Tirol festgenommen. Das Baby konnte den Eltern unverletzt übergeben werden. Die Tirolerin wurde vorübergehend in eine psychiatrische Klinik behandelt, wo bei ihr ein "übersteigerter Kinderwunsch" und eine Störung des Sozialverhaltens festgestellt wurde. Die Frau hatte eine Fehlgeburt erlitten und sich seitdem verzweifelt ein Kind gewünscht.

Staatsanwalt hält Tatverdächtige für zurechnungsfähig
Laut Staatsanwaltschaft soll die 33-jährige Tirolerin zum Tatzeitpunkt zurechnungsfähig gewesen sein. Beim Delikt der Kindesentführung liegt das Strafmaß bei bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe.

160.000 Euro veruntreut?
Im Fall der Veruntreuung soll die Angeklagte in der Zeit von August 2007 bis Juni 2009 Geld im Wert von rund 160.000 Euro bei ihrem ehemaligen Arbeitgeber unterschlagen haben. Zudem wird der 33-Jährigen auch Urkundenfälschung vorgeworfen.



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