Lawinen-Drama: Königs-Sohn im Koma
Lawinen-Drama: Königs-Sohn im Koma

Holland-Prinz in Lebensgefahr

Lawinen-Drama: Königs-Sohn im Koma

Prinz Friso löste Schneebrett selbst aus: 20 min unter Schneemassen begraben.

Ausnahmezustand in Lech am Arlberg: Zuerst war der Nobelskiort wegen der heftigen Schneefälle der vergangenen Tage von der Außenwelt abgeschnitten, nun erschüttert ein Lawinenabgang die Gemeinde und ganz Holland: Friso von Oranien-Nassau (43), zweiter Sohn von Königin Beatrix und ihrem 2002 verstorbenen Mann Prinz Claus, wurde von einer Lawine erfasst.

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Leichtsinnig
Der in seiner Heimat umstrittene Prinz war zu Mittag im Bereich Litzen im freien Skiraum Richtung Zugertobel unterwegs – zu diesem Zeitpunkt galt die Lawinenwarnstufe vier! Um 12.15 Uhr löste der begeisterte Skifahrer selbst ein Schneebrett aus, wurde mitgerissen und unter den weißen Massen begraben. Auch der Lecher Bürgermeister Ludwig Muxel bestätigt: Prinz Friso und seine Begleiter haben die Lawine "selbst ausgelöst."

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Ludwig Muxel - © Reuters

Reanimation
Freiwillige Helfer der örtlichen Skischulen, der Notarzthubschrauber Gallus 1 und ein Polizei-Heli suchten das 30 Meter breite und 50 Meter lange Schneebrett ab. Als Prinz Friso nach 20 Minuten ausgegraben werden konnte, war sein Zustand so kritisch, dass er bereits an Ort und Stelle reanimiert werden musste.

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Gallus 1: Mit diesem Helikopter wurde Prinz Friso ins Spital geflogen - © APA

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Hirntod?
Danach wurde er in die Uniklinik nach Innsbruck geflogen. „Wir sind spezialisiert auf Polytrauma, wie sie bei Lawinenabgängen oft vorkommen“, erklärt Kliniksprecher Johannes Schwamberger. Unbestätigten Meldungen zufolge erlitt Friso unter anderem einen Schädelbruch und könnte aufgrund des langen Sauerstoffmangels am Freitag bereits hirntot gewesen sein. Der Pressedienst der holländischen Regierung bestätigte, dass der Prinz in Lebensgefahr schwebe.

Das holländische Königshaus ist Stammgast am Arlberg. Königin Beatrix war heute vor einer Woche bereits zum 47. Mal zu einem Skiurlaub angereist.

Hier liegt Prinz Johan Friso

Diashow: Das ist die Uniklinik Innsbruck

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Royal Family ist in Innsbrucker Klinik
Die Innsbrucker Uni-Klinik verwandelte sich noch am Freitag in einen von (holländischen) Medien belagerten Hochsicherheitstrakt. Kein Wunder: Neben Friso von Oranien-Nassaus Ehefrau machte sich auch die holländische Königin Beatrix, die ebenfalls in Lech auf Urlaub weilte, nach Innsbruck auf, um am Bett ihres zweiten Sohnes zu wachen. Auch der ältere Bruder, Kronprinz Willem-Alexander, landete am Abend mit einem Regierungsjet in St. Gallen (CH) und fuhr mit seiner Familie direkt in die Uni-Klinik. Die Königsfamilie wird von Sicherheitsleuten abgeschottet.

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Prinz Johan Friso & Prinzessin Mabel
Prinz Friso und Prinzessin Mabel mit ihre Töchtern Luana & Zaria

Der Sohn von Königin Beatrix ist am 17.2. in Lech am Arlberg von einer Lawine verschüttet worden.

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Prinz Johan Friso & Prinzessin Mabel
Prinz Johan Friso von den Niederlanden
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Prinz Johan Friso & Prinzessin Mabel
Prinz Friso & Mabel an ihrem Hochzeitstag
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Prinz Friso, Mabel und Königin Beatrix mit der kleinen Luana
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Prinz Johan Friso & Prinzessin Mabel
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Prinz Johan Friso & Prinzessin Mabel
Prinz Johan Friso & Prinzessin Mabel

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Zum Lawinenabgang in Lech hat die Gemeinde am Freitag um 13.30 Uhr folgende Pressemitteilung an Medien verschickt. Zu diesem Zeitpunkt wurden noch keine Angaben über die Identität des Verschütteten, des niederländischen Prinzen Friso, gemacht.

Die Aussendung im Wortlaut:

Lawinenabgang im Bereich Litzen - Zugertobel

Am 17. Februar 2012 löste sich um 12.15 Uhr im Bereich Litzen in Richtung Zugertobel ein Schneebrett. Dabei wurde eine Person verschüttet.

Bei der sofort eingeleiteten Suchaktion konnte die Person mittels Verschüttetensuchgerät rasch geborgen werden und wird derzeit vom Notarztteam des Rettungshubschraubers Gallus 1 versorgt. An der Suchaktion waren neben der Pistenrettung Lech, der Bergrettung Lech und freiwilligen Helfern der Skischulen die beiden Hubschrauber Gallus 1 und Libelle 1 beteiligt.

Weitere Personen wurden nicht verschüttet.

Der Lawinenabgang ereignete sich im freien Skiraum. Zum Zeitpunkt des Unglückes herrschte Lawinenwarnstufe 4.

Lech, am 17. Februar 2012 13.30 Uhr

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