Gastronomie im Freien mit Maske

Schnitzel bald mit Test

So will Gastro im März öffnen

Hinter den Kulissen wird mit Hochdruck am baldigen Aufsperren der Lokale gefeilt. Fast zwei Drittel der Bevölkerung wollen eine rasche Öffnung.

Opening. Nach 111 Tagen gibt es wieder Hoffnung auf ein Ende des Gastronomie-Lockdowns: Jetzt sagt auch der Kanzler, eine Öffnung von Beiseln, Wirtshäusern und Cafés sei „hoffentlich noch im März“ umzusetzen. Und das nur vier Tage nachdem es geheißen hat, Schnitzel & Co. können wir erst nach Ostern (4. April) direkt im Lokal konsumieren. Mehr als 30.000 Lokalbetreiber atmen auf, Millionen von Kunden sowieso.

„Das Blatt hat sich gewendet“, sagte Bundeskanzler Sebastian Kurz nach dem Gastro-Gipfel im Kanzleramt. Was er meint: Nachdem die Lokalbetreiber gesehen haben, dass das „Reintesten“, also eine Corona-Testpflicht vor einem Besuch bei Friseuren, mit wenigen Ausnahmen perfekt funktioniert, sind jetzt auch die Wirte dazu bereit.

Öffnung geht nur, wenn Infektionen es zulassen

Am Freitag gab es eine hochkarätig besetzte Besprechung dazu. Mit ­dabei waren Kanzler Kurz, Tourismusministerin Elisabeth Köstinger, Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer und prominente Vertreter der Gastronomiebranche: Österreichs höchst dekorierter Koch Heinz Reitbauer (Steirereck), Mario Plachutta, Berndt Querfeld (Café Landtmann), Falstaff-Chef Wolfgang Rosam und viele mehr.

Fix ist jetzt jedenfalls: Das Öffnen hängt zu allererst vom Infektionsgeschehen ab. Neben der Testpflicht gibt es weitere Sicherheitsmaßnahmen, die besprochen wurden:

  •  Frühe Sperrstunde. Gerüchteweise wollen manche schon um 18 Uhr schließen lassen. Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer pocht auf eine spätere Sperrstunde: „Es muss für Gäste attraktiv sein und für die Unternehmer betriebswirtschaftlich möglich“ (siehe unten).
  • Nur draußen? Ist wohl vom Tisch: Zunächst hat es geheißen, die Öffnung soll nur in Gastgärten stattfinden.
  • Abstand und Maske. Diese Maßnahmen wird es fix geben. Eventuell auch eine Beschränkung der Haushalte, die sich treffen dürfen.

Umfrage: Bevölkerung für Öffnung

In einer Umfrage für ÖSTERREICH (Research Affairs, 508 Interviews) sehnen sich schon 63 % der ­Befragten nach einer Öffnung im März. Nur 15 % sagen, Lokale sollen geschlossen bleiben.

Mahrer: "Unternehmer sind bereit für Eintrittstests"

Wirtschaftskammerpräsident Harald Mahrer im Interview über die potentielle Öffnung der Gastronomie:

oe24.TV: Wie ist die Lage jetzt nach dem Gastro-Gipfel mit dem Bundeskanzler?

Harald Mahrer: Ganz entscheidend ist: Die Unternehmer sind bereit, Eintrittstests anzuwenden. Das war vor Weihnachten nicht überall so, als die Idee erstmals aufkam. Jetzt haben alle gesehen, wie gut es bei den Friseuren funktioniert.

oe24.TV: Sehen Sie jetzt bei der Regierung eine Bereitschaft zu Öffnungsschritten noch vor Ostern?

Mahrer: Es wurde klar gesagt: Am 1. März wird entschieden. Bis dahin werden wir intensiv mit der Bundesregierung im Austausch sein, was diese Präventionskonzepte betrifft und wie erste Öffnungsschritte aussehen könnten. Klar ist, dass die Infektionszahlen nicht explodieren dürfen. Dass sie leicht steigen werden, das wissen wir.

oe24.TV: Außer dem Reintesten, welche Maßnahmen erwarten Sie noch?

Mahrer: Wir kennen es vom ersten Lockdown: Konzepte wie Abstände zwischen Tischen, begrenzte Gästeanzahl pro Tisch, Leute nur aus zwei Haushalten. Und wir sind jetzt so weit, dass wir alle Gäste testen wollen.

oe24.TV: Wie finden Sie die Idee einer Öffnung nur mit Gastgärten?

Mahrer: Das würde nur einer ganz kleinen Gruppe von Betrieben die Möglichkeit geben, zu öffnen. Das ist extrem wetterabhängig, wir wissen nicht, wie es im März wird.

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