Die Wildbrethändlerin

Klage

Lienz rückt keine Bilder an Erben raus

Kultusgemeinde will jetzt klagen. Egger-Lienz-Bild in Schloss Bruck.

Paukenschlag in Lienz: Der Gemeinderat hat sich am Dienstagabend mehrheitlich gegen die Rückgabe des Albin-Egger-Lienz Bildes „Die Wildbrethändlerin“ ausgesprochen, das vor dem zweiten Weltkrieg in jüdischem Besitz war.

Der Lienzer Bürgermeister Johannes Hibler (ÖVP) scheint zufrieden zu sein, hatte er doch stets darauf verwiesen, dass das Bild 1961 rechtmäßig von der Stadt gekauft worden war. Er habe von den Ansprüchen der jüdischen Nachfahren selbst zuvor nichts gehört und öfters den Wunsch geäußert, mit diesen persönlich zu reden.

„Haben Vollmacht“
Diesen Wunsch weist Erika Jakubovits von der israelitischen Kultusgemeinde scharf zurück: „Wir haben eine Vollmacht der Erben und treffen daher die Entscheidungen. Das hat auch Herr Hibler zur Kenntnis zu nehmen.“ Für die Erbin, eine ältere Dame, sei das Ganze eine „enorme Belastung“, restitutionswürdige Bilder gehörten schlicht zurückgegeben.

Klage
Eine Klage werde laut Jakubovits nach Rücksprache mit den Erben erfolgen. Das Bild soll einen Wert von 900.000 Euro haben. Die Kultusgemeinde fordert nicht nur „Die Wildbrethändlerin“ zurück, auch das Lienz-Gemälde „Christnacht“ müsse endlich aus Schloss Bruck entfernt werden.

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