Abschiebe-Skandal

Matura: Arigona startet durch

Arigona (20) lässt sich nicht unterkriegen: Sie will an die Uni.

Heute vor genau fünf Jahren sorgt eine 15-jährige Asylwerberin für Schlagzeilen: Arigona Zogaj taucht unter, nachdem die Polizei ihre Familie nach fünf Jahren in ihrer neuen Heimat Frankenburg in OÖ abholt und in den Kosovo abschiebt. In einem Brief und einem Video wendet sich das Einwandererkind damals an die Öffentlichkeit. Es dauert fast weitere fünf Jahre, bis die nun 20-Jährige sowie ihre kleinen Geschwistern Albin (12) und Albona (13) und ihre Mutter Nurie im Februar dieses Jahres endlich die Niederlassungsbewilligung in den Händen halten können. ÖSTERREICH hat von Anfang an die Familie unterstützt.

10 Jahre Kampf
Doch sie zerbrach am Bürokratie-Marathon: Die Eltern sind geschieden, die Mutter hat mehrere Selbstmordversuche hinter sich, der Vater lebt in Mazedonien, die älteren Brüder Alban und Alfred müssen sich als Tagelöhner im Kosovo durchschlagen – ohne Chance auf eine Zukunft beim Rest der Familie, die in der Zwischenzeit nach Linz gezogen ist.

Schulabschluss
Arigona hat sich mittlerweile von der extremen Belastung durch Unsicherheit und Angst vor der ständig drohenden Abschiebung erholt. Sie schaffte den Schulabschluss an der Linzer HBLW Landwiedstraße als eine der Klassenbesten. Jetzt macht die 20-Jährige ein Jahr lang einen Aufbaulehrgang, um in weiteren zwei Jahren die Matura machen zu können. Dann will sie studieren. Was, hat sie noch nicht entschieden.

Happy End
Albin und ­Albona haben die erste Klasse an der Hauptschule bestanden. Mutter Nurie arbeitet als Reinigungskraft. Die Niederlassungsbewilligung wird, wenn sich die Zogajs nichts zuschulden kommen lassen, zwei Mal um zwei Jahre verlängert, dann gilt sie für immer. Ein hart erkämpftes, aber verdientes Happy End.

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