Mord an Banker: Verbrechen nur dank Facebook aufgedeckt

War es ein Täter-Trio

Mord an Banker: Verbrechen nur dank Facebook aufgedeckt

Verbrechen dank aufmerksamer Wirtin und Facebook-Postings aufgedeckt

Im Mordfall am Nationalbanker und Familienvater Reinhard S. können sich die Cops bei Verwandten und Bekannten des Opfers, Facebook und einer Wirtin bedanken, dass sie auf die Spur des Verbrechens gekommen sind.

Wie berichtet, wollte S., der Besitzer zweier Rallye-Autos im Wert von mehr als 50.000 Euro, einen davon, nämlich einen knallgelben Mitsubishi Evo 9, verkaufen. Übers Internet suchte er Interessenten. Ein Italiener meldete sich und stattete dem 47-jährigen S. in Thaur einen Besuch ab, während dessen Frau und Kinder in den Semesterferien nicht zu Hause waren.

Freunde starteten Zeugen­aufruf übers Internet

Telefonat und SMS. Beim letzten Telefonat der Frau am Dienstag mit ihrem Mann hörte sie im Hintergrund Stimmen von zwei Männern und fand, dass ihr Gatte sehr bedrängt wirke. Am nächsten Tag erhielt die Ehefrau eine völlig unglaubhafte SMS von ihrem Mann, dass er sich nach Spanien abgesetzt habe. Wie es aussieht, hatten diese Nachricht schon seine Mörder geschickt, die beide Autos – den Mitsubishi und einen schwarzen Subaru Impreza – geraubt und mit einem Anhänger weggebracht hatten.

Fotos. Während sich die Ermittler nicht dazu entschlossen, einen Fahndungsaufruf mit den Fotos des Vermissten und der beiden Autos in den Medien zu lancieren, übernahmen Freunde von Reinhard S. dies per Facebook.

Das sah Alexandra Hönel, Wirtin aus dem nur wenige Kilometer entfernten Baumkirchen, die einen Italiener namens Antonio als Gast hatte. Und der mit genau so einem gelben Mitsubishi auftauchte, während er seinen eigenen grauen Audi A3 unter einer Plane versteckte. Die Gastronomin rief die Cops, die die Leiche von S. im Kofferraum des Audis fanden.

Flucht. Da türmte der Italiener. Er soll aus Mailand stammen und bei der Flucht in einem weiteren Pkw samt Hänger und Rallye-Autos laut Asfinag-Kameras zwei Komplizen dabeigehabt haben. Ob es dieselben waren, die am Freitag auftauchten, um Antonios Zimmer zu räumen und den Audi abschleppen zu lassen, ist unklar. Einer wurde verhaftet. Nach dem Haupttäter, der den Behörden bekannt sein soll, wird gefahndet. Allerdings (vorerst) ohne Foto.(kor)

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