Nach 21 Jahren

Ära geht zu Ende: Absage für Beachvolleyball World Tour Event in Baden 2026

Die wirtschaftlich äußerst herausfordernden Rahmenbedingungen lassen es aktuell nicht zu, ein Turnier in jener Qualität auszurichten, für die Beachvolleyball Baden steht, heiße es in einer Aussendung der Baden. 

Nach mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreicher internationaler Beachvolleyball-Geschichte wird es im Jahr 2026 keine Beachvolleyball World Tour in Baden geben. Ein Event unterhalb eigens hochgesteckten Qualitätsstandards auszurichten, kam für das HSG-Team nicht infrage. Die Entscheidung zur Absage habe man sich dennoch nicht leicht gemacht, denn sie bedeutet einen schmerzhaften Einschnitt – für HSG-Events, für Baden als Sportstandort, für den 1. Badener Beachvolleyball Verein, für das breite Netzwerk an Partnern, für die eingebundenen ansässigen Schulen, für die zehntausenden Fans sowie für alle heimischen Athletinnen und Athleten, die 2026 nun voraussichtlich kein internationales Turnier in Österreich haben werden, wodurch eine wichtige Bühne im Olympia-Qualifikationszyklus für Los Angeles 2028 abhandengekommen ist.  

Ära geht zu Ende

Hammarberg/Berger jubelten vergangenen Sommer in Baden noch über U22-EM-Bronze 

Hammarberg/Berger jubelten vergangenen Sommer in Baden noch über U22-EM-Bronze 

© Florian Schrötter

"Nach 21 Jahren geht eine Ära zu Ende – und das schmerzt mich auch persönlich sehr. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für große Sportevents werden von Jahr zu Jahr schwieriger, sodass Projekte dieser Größenordnung ohne entsprechende Förderungen und Sponsoren nicht mehr realisierbar sind. Als Veranstalter mussten wir diese Entscheidung aus unternehmerischer Verantwortung treffen. Mein großer Dank gilt allen Sponsoren, der Stadt Baden und dem Land Niederösterreich, die uns über all die Jahre hinweg die Treue gehalten und gemeinsam mit uns eines der größten Sportevents Österreichs aufgebaut haben.“, erklärte Dominik Gschiegl, Geschäftsführer HSG Events. 

Internationaler Werbewert

Vergangenen Sommer gipfelte Beachvolleyball Baden mit dem Challenge Event auf seinem Höhepunkt.

Vergangenen Sommer gipfelte Beachvolleyball Baden mit dem Challenge Event auf seinem Höhepunkt.

© Wolfgang Meier

Im vergangenen Sommer gipfelte Beachvolleyball Baden noch auf seinen absoluten Höhepunkt: 2025 wurde mit der FIVB World Beach Pro Tour Challenge presented by SPORTLAND Niederösterreich ein Turnier der zweithöchsten Kategorie im internationalen Beachvolleyball ausgetragen. Mit einem Preisgeld von über 250.000 US-Dollar, der Teilnahme der besten Spieler der Welt sowie den unmittelbar anschließenden CEV U22-Europameisterschaften stand Baden zwei Wochen lang im Fokus der Beachvolleyball-Welt. Volle Hotels, weltweite Medienberichterstattung und große Begeisterung bei Fans und Athleten unterstrichen die Bedeutung des Events, die sich auch im höchsten Werbewert seiner Geschichte niederschlug: Laut einer Analyse von United Synergies belief sich dieser 2025 auf 1.863.733 Euro. Rund 40.000 Besucher verwandelten das Strandbad Baden vergangenen August in Österreichs Beachvolleyball-Hauptstadt.

Beachvolleyball bleibt in Baden

Insgesamt generierte Beachvolleyball Baden in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehr als 30.000 Nächtigungen, erzielte einen nationalen Werbewert von über 20 Millionen Euro, realisierte über 200 Stunden Live-Übertragungen und begrüßte mehr als 300.000 Besucher:innen. Auch wenn die internationale Erfolgsgeschichte heuer nicht weitergeschrieben werden kann, bleibt der Beachvolleyballsport in Baden fest verankert. Gemeinsam mit dem 1. Badener Beachvolleyball Verein wird derzeit geprüft, ob heuer zumindest ein nationales Turnier als sportliche Plattform realisiert werden kann.  

FPÖ-Landbauer bedauert: ausgebliebene Unterstützung auf Bundesebene 

"Die Absage des internationalen Beachvolleyball-Turniers erfüllt uns mit großem Bedauern. Über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg war Beachvolleyball Baden ein Fixpunkt im heimischen Sportkalender und ein Aushängeschild für Niederösterreich als Sportland. Das Turnier hat internationale Weltklasse nach Baden gebracht und zugleich starke Impulse für die Region, den Tourismus und vor allem für den heimischen Nachwuchs gesetzt. Das Land Niederösterreich hat intensiv daran gearbeitet, gemeinsam mit dem Veranstalter und den Partnern eine Durchführung auch 2026 zu ermöglichen. Aufgrund der ausgebliebenen Unterstützung auf Bundesebene fehlte jedoch die notwendige finanzielle Grundlage, um das Event auf dem international gewohnten Qualitätsniveau umzusetzen. Mein persönlicher Dank gilt Dominik Gschiegl und dem gesamten Organisationsteam von HSG Events für ihren jahrzehntelangen Einsatz und ihre große Leidenschaft für den Beachvolleyballsport. Niederösterreich steht auch weiterhin klar hinter dem Beachvolleyball und wird alles daran setzen, diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen", so Sportlandesrat und LH-Stellvertreter Udo Landbauer.

Bürgermeisterin Jeitler-Cincelli: "Hoffen, dass Tournier bald zurückkehrt"

"Es ist bedauerlich, dass das internationale Beachvolleyballturnier in diesem Jahr nicht stattfinden kann. Diese Veranstaltung hat sich zu einem sportlichen und gesellschaftlichen Highlight entwickelt und viele Menschen begeistert. Mein Dank gilt dem Team der HSG, das mit viel Engagement, Professionalität und Leidenschaft ein Turnier auf internationalem Niveau in unserer Stadt etabliert hat. Aus wirtschaftlicher Sicht ist die Entscheidung der HSG, das Turnier in diesem Jahr nicht durchzuführen, jedoch verständlich. Veranstaltungen dieser Größenordnung benötigen stabile organisatorische und finanzielle Rahmenbedingungen. Ich hoffe inständig, dass dieses großartige Sportevent bald nach Baden zurückkehren kann, da es sowohl aus wirtschaftlicher alsauch aus touristischer Perspektive einen hohen Stellenwert für unsere Stadt hat und weiterhin haben wird. Wir werden dieses Event auch in Zukunft nach unseren Möglichkeiten unterstützen“, ließ Badens Bürgermeisterin Carmen Jeitler-Cincelli wissen."

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