Die Absicht der Stadtgemeinde Retz, ein Natura-2000-Landschaftsschutzgebiet an einem Motorrad Trialclub zu verpachten, sorgt für erhebliche Kritik von Anrainern.
Eine geplante Verpachtung eines Natura-2000-Gebiets an einen Motorrad Trialclub löst massive Verstimmungen in der Bevölkerung und Umweltbedenken aus: Nicht nur Umweltinteressierte und Anrainer stoßen sich am Vorgehen von Bürgermeister Stefan Lang (ÖVP): Besonders die geplante Nutzung eines ökologisch hochsensiblen Schutzraums für motorisierten Sport wird als "unvereinbar mit europäischem Naturschutzrecht“ bezeichnet.
Teil eines europaweiten Schutznetzwerks
Das betroffene Gebiet - im Steinbruch Unternalb - ist Teil des europaweiten Natura-2000-Netzwerks, das dem Schutz gefährdeter Lebensräume, seltener Tierarten und ökologischer Balance dient. In solchen Zonen gelten strenge Vorgaben: Jede Nutzung muss so gestaltet sein, dass keine Verschlechterung des Erhaltungszustands eintritt. Kritiker indes bezweifeln, dass ein Motorradsportbetrieb diesen Anforderungen gerecht werden kann.
Kritik wird laut
"Ein Natura-2000-Gebiet ist kein Experimentierfeld für motorisierte Freizeitangebote“, betont ein unmittelbarer Anrainer gegenüber oe24.at. "Diese Flächen sind das ökologische Rückgrat unserer Region. Sie zu belasten, bedeutet, langfristige Schäden in Kauf zu nehmen.“
Alternativen sind vorhanden
Diese Entwicklung ist umso unverständlichen, als es eine gute Alternative zum Motorrad-Club gibt. Dieses sieht unter anderem Bemühungen um einen naturnahen Campingplatz vor – ein Angebot, das nicht nur weniger Fläche beansprucht, sondern auch mit den Grundprinzipien eines nachhaltigen Tourismus harmoniert. Die geringere Flächeninanspruchnahme würde zudem der Gemeinde helfen, Renaturierungsauflagen zu erfüllen. Ein Anrainer sagt, dass die aktuelle Entwicklung mit der Verpachtung an einem Motorrad-Trial-Club ökologisch nicht vertretbar sei und "persönlich sehr enttäuschend ist". Wie die Geschichte weitergeht, erfahren Sie hier.