Wieder gestrandet

Cirkus Emilios Hilferuf: "Wir sitzen in Zwettl fest!"

Die wahre Härte des Winters zeigt sich insbesondere auch beim "fahrenden Volk" - der Cirkus Emilio ist jetzt in Zwettl "gestrandet". Tragische Wiederholung: in der Corona-Zeit saß der Zirkus im burgenländischen Parndorf fest. Außerdem wurden sie seinerzeit in Niederösterreich ausgeraubt. 

Die misslichen Umstände wiederholen sich also. Aufgrund der Schneelage und schwererer Grippefällen in der Cirkustruppe sitzt aktuell der Cirkus Emilio in der Stadtgemeinde Zwettl im nordwestlichen Niederösterreich fest. Da die Vorstellungen rund um Weihnachten nur mäßig besucht waren, sei auch die Versorgung mit dem Notwendigsten nur mehr schwer möglich, heißt es auf NÖN.at. Die Familie sei deshalb für jede Hilfe dankbar, etwa Sachspenden oder Gutscheine. Als Dankeschön will der Cirkus laut Eigenaussage noch weitere Vorstellungen in Zwettl organisieren. Zu finden ist der Cirkus hinter dem Autohaus Berger im Gewerbegebiet. 

Noch ein richtiger Familienbetrieb

Seit 15 Jahren führt die tschechische Familie Wertheim ihren - tierfreien - Familienzirkus "Emilio“ in Österreich. Zum Team der Manege gehört Direktor Emil Wertheim und seine Frau Barbara, ihre vier Kinder und zwei weitere nahe Verwandten der Familie. Gegenüber oe24.at wurde Familienoberhaupt Emil Wertheim im Telefon-Interview konkret: "Wir haben nix verdient, wir sind total bankrott."

Cirkus Emilios Hilferuf:
© Cirkus Emilio

Der familiengeführte traditionelle Zirkus hat sich auf Clownerie, Artistik und Luftakrobatik für Kinder und Familien sowie Jonglage, Messerwerfen und Feuerkunst spezialisiert und wird oft als "Der große Spaß für Ihre Kleinen" beworben. Der Zirkus besteht seit rund 100 Jahren und wird bereits in vierter Generation geführt.

Cirkus Emilios Hilferuf:
© Cirkus Emilio

Geleitet wird er von der Familie Wertheim, wobei der Clown Emilio (Emil Wertheim) die Hauptfigur ist und auch jüngere Familienmitglieder Teil der Show sind. Sie gastierten mit beheiztem Zelt in verschiedenen Orten Österreichs und präsentierten - muss man ja jetzt in der Vergangenheitsform sagen - eine Mischung aus Tradition und modernen Acts. Emil Wertheim ist nicht nur Clown, sondern auch ein begabter Allround-Artist und tritt als Messerwerfer auf. Die Familie hatte schon während der Corona-Pandemie 2020/2021 große finanzielle Schwierigkeiten.

Vom Pech verfolgt - schon in der Coronazeit

Barbara Wertheim, Besitzerin des Zirkus Emilio, sagte im März 2020 gegenüber orf.at: "Wir sind nun leider in dieser Krisensituation, die uns dazu zwingt, hier an dieser Stelle in Neudorf bei Parndorf zu bleiben. Nach der letzten Vorstellung wollten wir weiterreisen, doch dazu kam es leider nicht mehr. Auch die Vorstellung in Parndorf musste wegen des Virus’ abgesagt werden."  

Cirkus Emilios Hilferuf:
© zVg

Auf Grund der abgesagten Vorstellungen sei es damals schon finanziell sehr knapp für den Cirkus Emilio gewesen. "Wir wissen nicht, wie lange wir hier stehen werden. Wir fahren nirgendwo hin, bleiben in unseren Wohnwägen“. Die Familie lebte damals schon ausschließlich von den Einkünften der Vorführungen, wurde jüngst in Niederösterreich ausgeraubt, wie es erschrecken hieß, und habe seinerzeit über nur unzureichende finanzielle Mittel verfügt, zudem wurden auch die Lebensmittel knapp. "Das Geld reicht nicht einmal fürs Benzin“, sagte vor fünf Jahren Emil Wertheim. 

Cirkus Emilios Hilferuf:
© zVg

Und heute also befindet sich der Cirkus Emilio wieder in einer ähnlichen Situation. Wer sich in der Gegen aufhält: Schauen Sie gerne vorbei, so lädt Cirkusdirektor Wertheim, ein - man freue sich über jeden Besuch und eine etwaige Sachspende.

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