Erneuerbare Energie

EVN & Verbund: deutlich weniger Wasserkraft

Das Jahr 2024 war ein Rekordjahr für den Energiekonzern Verbund mit seinen elf Donau-Wasserkraftwerken. Das Jahr 2025 zeigte dagegen einen dramatischen Rückgang, der sich auch heuer fortsetzt. Auch die EVN verzeichnet weniger Strom aus Wasserkraft. 

Das Donau-Kraftwerk Wallsee-Mitterkirchen (Bezirk Amstetten) ist eines von elf Donau-Kraftwerken des Verbund. Eines davon steht in Bayern, zehn stehen insgesamt in Österreich, fünf davon in Niederösterreich. In Wallsee werden bis 2030 die sechs Turbinen getauscht. Sie sollen dafür sorgen, dass das Kraftwerk effizienter Strom liefert, als bisher.

Allerdings macht diese neue Effizienz den Rückgang des Donau-Wassers nicht wett, der im Vorjahr zu einer Reduktion der Energieerzeugung um 20 Prozent führte. Allein dieser Rückgang ist mit einem Stromverbrauch von 300.000 Haushalten zu vergleichen.

Eines der schwächsten Jahre des Donau-Stroms

Florian Seidl, Sprecher des Energiekonzerns Verbund, ortet eine langfristige Entwicklung durch den Klimawandel: „Wir hatten im Jahr 2024 ein Rekordjahr wegen des Hochwassers im Herbst – mehr als 17 Prozent über dem langjährigen Mittel. Im Vorjahr kam dann aber der große Einbruch. Weil Regen und Schnee ausgeblieben sind, war es eines der trockensten Jahre überhaupt“, so Seidl.

Beides helfe dem Verbund nicht, betont der Sprecher, denn die Fluten würden dafür sorgen, dass die Wassermassen nicht verwertet werden könnten und die Erzeugung dadurch nach und nach zum Erliegen komme. „Trockene Jahre wie das vergangene Jahr bedeuten, dass uns die Erzeugung fehlt. Und das tut sie auch heuer. Der Trend setzt sich fort, daran ändert auch der Schneefall im Februar nichts“, sagt Seidl.

Umbau des Energiesystems, um Importe zu reduzieren

Angesichts der Prognosen, wonach der Energiehunger weiter steigen und der Stromverbrauch innerhalb der nächsten fünfzehn Jahre verdoppelt werde, plädiert er für einen beschleunigten Umbau des Energiesystems in Österreich.

„Die Wasserkraft war und ist eine wesentliche Stütze des Energiemix in Österreich, aber wir müssen nach wie vor Strom importieren und Gaskraftwerke einsetzen. Der wichtigste nächste Schritt ist der Umbau in Richtung Windkraft und Photovoltaik, zusammen mit Batteriespeichern und Netzausbau. Tun wir das nicht, werden wir weiter und immer größere Mengen importieren müssen“, so Seidl. 

Auch EVN-Kraftwerke produzierten weniger

Die EVN betreibt 65 Wasserkraftwerke, davon fünf Pumpspeicher und sechzig Laufkraftwerke. Von der Gesamtleistung her seien die Pumpspeicher und Laufkraftwerke nicht annähernd mit den Donau-Kraftwerken vergleichbar, gelten aber als Stütze der Energieerzeugung in Niederösterreich. Einen starken Rückgang habe man im Vorjahr ebenfalls verzeichnet, bestätigt EVN-Sprecher Stefan Zach. Allerdings sei dieser regional sehr unterschiedlich ausgefallen.

Einige Laufkraftwerke hätten nur 50 Prozent geliefert, andere wiederum 90 Prozent. Langfristig erkennbar sei ein Rückgang der Wasserkraft im Waldviertel durch längere Trockenperioden, ansonsten sei die Produktion doch stabil. Auch die EVN, die zurzeit 186 Windkraftanlagen und zahlreiche Photovoltaikflächen betreibt, setze auf den Ausbau der Erneuerbaren, so Zach: „Bis 2030 wollen wir unsere Windkraftleistung von rund 561 Megawatt auf 770 Megawatt und die PV-Leistung von aktuell 133 Megawatt-Peak auf 300 Megawatt-Peak ausbauen.“

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