Aus Ticket-Not zur coolsten Tribute-Band des Landes. So ticken Öasis, die das Oasis-Comeback nach Österreich bringen.
„Für die Oasis-Reunion hat jeder meiner Freunde versucht Karten zu kriegen und keiner hat welche bekommen. Und dann habe ich mir gedacht, das machen wir selber!“ Im September 2024 hatte Schlagzeuger Martin Luef die Idee für „The Austrian Tribute Band“ Öasis. Jetzt bringt man auf Initiative von Schlagzeuger Martin Luif den Spirit der streitbaren Gallagher Brüder auf die Bühne. „Es muss nicht jeder ausschauen wie das Original, sondern die Musik muss ernsthaft und wahrnehmbar sein!“ Den Beweis dafür trat man zuletzt am Wochenende in der dicht gefüllten Szene Wien an, wo man die langdienende Rolling-Stones-Coverband „The Stonez“ mit ewigen Britpop-Hymnen wie „Wonderwall“, „Don‘t Look Back in Anger“ oder „Live Forever“ an die Wand spielte.
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Übernimmt bei Öasis Andreas Kebler auch mit der berühmten Union Jack Gitarre die Rolle von Noel Gallagher („Der hat ja in den 90er Jahren ja nichts anderes gemacht als Drogen genommen und Musik geschrieben!“) so geht der Italiener Danny Biancci nicht nur stimmlich, sondern auch optisch als perfekte Liam Gallagher Kopie durch. „Ihre Attitüde hat mich schon als Jugendlicher begeistert. Und die Musik. Anders als Grunge, das einen ja nur runterzieht, hat mich der Britpop gepusht. Meinen Selbstwert gesteigert! Ich habe mich mit Oasis voll identifizieren können. Mit dem Traum von jemanden, der aus dem Nichts kommt und ganz groß wird!“
Die 5 Musiker von Öasis, die allesamt die Gallagher-Brüder noch nicht live gesehen haben, setzen als Referenz nicht etwa auf die vielen aktuellen YouTube-Videos der Reunion, sondern auf die Live-CD „Familiar to Millions“ aus dem Jahr 2000: „Es ist gute Musik und für die Gesellschaft eine Notwendigkeit. Das war Teil unserer Jugend. Hymnen, die wir beim Fortgehen gesungen haben und die ewig Bestand haben,“ kennt Jakob Aumaier, ein passionierter Jazz-Musiker und Gitarren-Lehrer, der jetzt auf den Spuren von Bonehead wandert, den Grund für den seit 30 Jahren andauernden Oasis-Hype, dem auch Bassist Lukas Antoni eine ganz eigene Note draufsetzt: „Uns war es wichtig, dass es musikalisch gut und ernstzunehmend ist. Dazu sollte es auch etwas österreichischen Schmäh haben!“
Öasis: Jakob Aumaier, Martin Luif, Danny Bianchi, Andreas Kebler, Lukas Antoni (v.l.)
Wie wahr: Hatten Oasis bei ihren 41 Comeback-Konzerten nach16 Jahren Streit letztes Jahr einen Papp-Aufsteller von Manchester City Trainer und Gallagher-Freund Pep Guardiola dabei, so steht bei Öasis neben einer Kopie der Telefonzelle der „Be Here Now“-Tour jetzt auch ein mit Rapid-Schal verzierter Aufsteller von Hans Krankl auf der Bühne. „Eigentlich wollten wir Ernst Happel nehmen, aber von dem gibt’s nur schiache Fotos.“
Oasis rockten mit Guardiola (o.) bei Öasis (u.) ist Krankl dabei.
Vielleicht lässt sich das ja bis Herbst ändern. Am 3. Oktober rocken Öasis im Grazer p.p.c. Am 15. Oktober ertönen Hymnen wie „Wonderwall“ oder „Rock 'n' Roll Star“ dann auch wieder im Wiener Chelsea. Dazwischen ist man für alle Auftritte offen, denn seinen Plan B hat Luif ja längst über den Haufen geworfen: „Falls das mit Öasis nicht aufgegangen wäre, dann hätte es ja noch immer Blör oder Pölp gegeben.“ Jetzt aber bliebt man den Gallaghers treu.