Fall Wastl: "Geheimakte" belastet Tischler

Vermisst

Fall Wastl: "Geheimakte" belastet Tischler

Zeugen berichten von seltsamen Erzählungen des Verdächtigen.

Im Fall der seit mehr als zehn Jahren vermissten Heidrun Wastl aus Wiener Neustadt berichtet das Wochenmagazin "News" in seiner aktuellen Ausgabe von einer "Geheimakte". Demnach habe der verdächtige Tischler, der seit 24. Mai in U-Haft ist, "mittlerweile weitaus mehr über die Hergänge des Todes der Frau berichtet, als bisher bekannt". Er bleibt bei der Unfallversion.

Unfallversion
"News" zufolge erklärte der Mann nun in Vernehmungen, dass er einst auf Wunsch des Opfers mit ihm in ein Waldstück bei Ofenbach gefahren sei. Bei einer Wanderung über steile Gräben, "in Richtung einer einsamen Lichtung", sei es dann zum Drama gekommen: "Ich voraus, Heidi hinter mir", zitiert das Wochenmagazin den Tischler. "Plötzlich spürte ich ihre Hand zwischen meinen Beinen und ich habe mit meinem rechten Fuß im Abrutschen zurückgetreten. Dabei traf ich sie am Oberkörper und sie fiel rücklings in die Tiefe."

Aus den Ohren der Frau sei Blut gelaufen. "Ich versuchte sie (Heidrun Wastl) hochzuziehen, da merkte ich einen Widerstand. Ich musste den Kraftaufwand erhöhen, zog sie auf. Sie hatte die Augen offen, ich bekam die Krise." "News" weiter aus der "Geheimakte": "Sie war bei ihrem Sturz gepfählt worden." Dann sei er "in Panik" davongelaufen, so der Verdächtige.

Freundin las nervösen Tischler auf
Eine Freundin des Mannes erinnert sich dem Wochenmagazin zufolge daran, dass der Tischler sie am Vormittag des 28. September 2001, dem Tag des Verschwindens von Heidrun Wastl, per Handy angerufen und die Bitte geäußert hätte, ihn von Ofenbach abzuholen. Er habe sich, so erklärte er, bei einem Spaziergang im Wald verlaufen. Als ihn die Frau später am Straßenrand auflas, sei seine Kleidung "schmutzig" und er sehr nervös gewesen.

Belastet wird der 41-Jährige laut "News" jetzt zudem von seiner Ex-Partnerin, mit der er von 2000 bis 2005 zusammen gelebt hatte. Ihren Angaben zufolge hatte er am mutmaßlichen Tattag "kaum getragene Turnschuhe, eine Jean und ein T-Shirt in den Mist geworfen" und "seinen Wagen gründlich gereinigt und die Sitzbezüge darin durch neue ersetzt". Verschleierungsaktionen, die der Mann nicht ableugnet, berichtet das Magazin.

Er verkaufte seine Waffen
"Diverse Zeugen" würden überdies von weiteren auffälligen Handlungen und seltsamen Erzählungen des Tischlers seit Heidrun Wastls Verschwinden erzählen, so "News" weiter. Nachweislich habe der Mann danach seine Waffen verkauft: Dolche, Pistolen, Gewehre. Immer wieder habe er darüber geredet, "wie schiach" es sei, "tote Menschen mit offenen Augen anzublicken"; und dass er "vielleicht die vermisste Kindergartenhelferin aus Wiener Neustadt in einem Wald erstochen oder erschlagen" habe.

Leiche (noch) nicht gefunden
Am 28. September 2001 hatte die Frau ihren sechsjährigen Sohn zu Mittag von der Schule abholen wollen, kam dort aber nie an und blieb verschwunden. Mittlerweile wurde sie für tot erklärt. Der Fall wird seit einigen Monaten vom Cold Case Management im Bundeskriminalamt neu aufgerollt. Vergangene Woche fand in einem Waldstück bei Lanzenkirchen - Ofenbach in der Buckligen Welt eine großangelegte polizeiliche Suche nach der Leiche der Frau statt, die jedoch negativ verlief.

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