Schwechat

Gift-Witwe: Exhumierung durchgeführt

Erste Leiche in Schwechat ausgegraben - toxikologische Untersuchungen folgen.

Am Montag hatten im Morgengrauen die Friedhofswärter in Schwechat den Sarg von Alois F. ausgehoben. Die Leiche des mutmaßlichen Giftopfers liegt jetzt auf dem Tisch des renommierten Gerichtsmediziners Christian Reiter, der schon den Fall Blauen­steiner gemeinsam mit Chemiker Walter Vycudilik gelöst hat (siehe auch unten).

Die Spezialisten sollen herausfinden, ob der einst so rüstige Pensionist mit 61 Jahren eines natürlichen Todes gestorben war – oder ob er von seiner Putzfrau und Haushaltshilfe Bogumila W. (51) mit einem pflanzlichen Gift, z. B. der Herbstzeitlosen, getötet wurde.

Diashow: Grab von Alois F. geöffnet

Grab von Alois F. geöffnet

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    Von dem Obduktionsergebnis, das frühestens in drei Wochen vorliegen soll, hängt ab, ob die Polin, die am 27. März bei ihrem aktuellen Schützling Karl K. festgenommen wurde, weiterhin in U-Haft in Krems bleibt. Von dem 81-Jährigen wurde übrigens eine Blutprobe genommen, ob er auch Gift im Körper hat.

    Vorrangig geht es derzeit aber um den Tod von Alois F. und um den 68-jährigen Herbert A. aus Gumpoldskirchen, der von Bogumila W. mit Arsen vergiftet worden sein soll. Für Bogumila W. gilt die Unschuldsvermutung. Bei Herbert A. fand Gerichtsmediziner Christian Reiter 50-mal mehr Arsen in einem Teil der Niere, als normal im Körper vorkommt.

    „Ich glaube trotzdem an die Unschuld meiner Mandantin“, ist sich der Anwalt der mutmaßlichen „Arsen-Witwe“, Timo Gerersdorfer, sicher. „Sie wurde verhaftet, weil angeblich Gefahr im Verzug war.“ Doch der dritte Mann, ein krebskranker Pensionist, steht zu seiner Pflegerin: „Sie kümmert sich aufopferungsvoll um mich“, schwärmte er noch kürzlich gegenüber ÖSTERREICH.

    Diashow: Opfer der Arsen-Witwe

    Opfer der Arsen-Witwe

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      Jetzt untersucht der renommierte Gerichtsmediziner Christian Reiter die möglichen Todesfälle durch heim­tückisches Gift. Hierfür wurde Montag früh zunächst der Leichnam von Alois F. exhumiert. Am Mittwoch soll dann Herbert A. ausgegraben werden. Dann werden ihre sterblichen Überreste in der Gerichtsmedizin in Wien sowie im Forschungszentrum Seibersdorf untersucht.

      Als wissenschaftliche Unterstützung für den Gerichtsmediziner Reiter soll auch der gefürchtete Doping-Prüfer Günter Gmeiner bereitstehen. Der studierte Chemiker, der auch eine Ausbildung in Doping-Analytik in Köln absolviert hat, war von 2010 bis 2012 Präsident der Weltvereinigung der Anti-Doping-Wissenschaftler.

      Außerdem im Team: die Chemiker-Koryphäe Walter Vycudilik, den man extra aus der Pension zurückholte. Er hat gemeinsam mit Reiter die dreifache Giftmörderin Elfriede Blauensteiner und die Mordschwestern von Lainz überführt.

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