Geerntet
Jungwein bereit zur Verkostung
Es gibt mehr Wein als im vergangenen Jahr. Weißweine werden fruchtbetont, die Roten farbintensiv und füllig. Die Jungen wie gewohnt spritzig.
Jetzt sind Edelstahltanks und Holzfässer an der Reihe. Dort schlummert der neue Jahrgang. Und der soll bei den Weißen fruchtbetont und würzig, bei den Rotweinen farbintensiv und füllig werden – zu vergleichen mit den Kollegen aus dem Jahr 2003. Wie seit Jahren gewohnt, wird auch der 2007er qualitätsmäßig „sehr gut“ ausfallen. Trotz Wetterkapriolen. Nur in wenigen Weingärten in der Wachau und im Kamptal hängen die Trauben für die Top-Tropfen noch an den Rebstöcken.
Ertrag
Für die nö. Winzer war es kein leichtes Jahr. Eine frühe
Blüte, dann durch Hagel und Sturm zerstörte Rebstöcke im Juni, ein sehr
warmer Sommer und sintflutartige Regenfälle im Frühherbst. September und die
erste Hälfte des Oktobers waren warm und sonnig – die Rettung für den Wein.
Rund 2,4 Millionen Hektoliter wurden heuer gelesen. Nach zwei mageren Jahren
liegt dieser Wert wieder leicht über dem Durchschnitt. Besonders vom
Lieblingswein der Nation, dem Grünen Veltliner, gibt es heuer trotz Einbußen
mehr als im Vorjahr.
Auftritt Jungwein
Seit knapp zwei Wochen dem Tank entschlüpft und
in Flaschen mit trendigen Etiketten abgefüllt, ist der Jungwein. Meistens
wird dafür Grüner Veltliner und Welschriesling verwendet. Seit 1995 firmiert
der Jungwein unter der Marke „Junger Österreicher“, die sich jährlich mehr
Popularität erfreut. Während die Steirer ihren Jungen als „Junker“ und die
Wiener als „Junger Wiener“ vertreiben, bleibt Niederösterreich in der
Persönlichkeitsfindung ein Nachzügler. Denn
Eigenname ist noch keiner gefunden.
Wein feiern
Die Freude über den neuen Jahrgang ist groß. Am
Mittwoch startet mit der Jungwein-Präsentation im Wiener Museum für
angewandte Kunst (MAK) ein wahrer Weinfest-Reigen. Immer öfter übernehmen
Prominente die Patenschaft für ein junges Tröpferl. Heuer wohnt
Bundeskanzler Alfred Gusenbauer einer Weintaufe bei. Und zwar am Donnerstag
auf dem Winzerhof Dockner. Gusenbauers Vorgänger sind ZIB-Lady Ingrid
Thurnher, Künstler Hermann Nitsch, Wiens Bürgermeister Michael Häupl und der
oö. Landeshauptmann Josef Pühringer.
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