Blutiges Ehedrama

Mann ersticht Frau beim Scheidungstermin

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Ein Scheidungstermin eskalierte in St. Pölten zur Bluttat. Als alles geregelt schien, tötete ein Landwirt seine Frau und dann sich selbst.

Für die Scheidung war alles geregelt, und der Termin zur Vermögensaufteilung von Josef und Sabine P. verlief eigentlich harmonisch. Bis kurz vor 17 Uhr - als der 44-jährige Landwirt aus Lauterbach bei Karlstetten plötzlich durchdrehte. Und ein Blutbad anrichtete.

Die Wahnsinnstat kam aus heiterem Himmel: Das Noch-Ehepaar fand sich am Dienstagnachmittag beim Notar Michael Billeth ein, in seiner Kanzlei am St. Pöltner Rathausplatz. Es gab keinen Streit – die 40-jährige Frau hatte bereits vorher eingewilligt, auf alle Besitzansprüche verzichten zu wollen. Wie der Notar später erklärte, habe Josef P. ihm allerdings im Vertrauen gesagt, dass er seine Frau Sabine noch sehr lieben würde.

Möglicherweise ein Indiz dafür, dass der Hofbesitzer – der nebenbei als Schlossermeister in einer Wiener Firma tätig war – mit der Trennung nicht zurecht kam. Und einen mörderischen Plan fasste.

Als Notar Billeth kurz die Kanzlei verließ, kam es zum Eklat: Eine Schreibkraft hörte plötzlich Schreie und stürmte ins Zimmer, in dem das Paar kurz alleine zurückgeblieben war.

Josef P. schlitzte Frau die Kehle durch
Die Angestellte blieb geschockt stehen: Sie sah, wie Josef P. hinter seiner Frau stand und mit einer Hand ihr Haar hielt. In der anderen hatte er ein Klappmesser – mit dem er Sabine P. die Kehle aufschnitt. Sekunden später – noch bevor die Zeugin eingreifen konnte – setzte er sich das Messer an den eigenen Hals. Und zog voll durch.

Für beide kam die sofort verständigte Rettung zu spät: Sie starben noch in der Kanzlei. Das Paar hinterlässt zwei Söhne, die 13 bzw. 17 Jahre alt sind.

Am Dienstagabend ermittelte die Kripo auf Hochtouren: Während Schaulustige sich am Absperrband vor dem Tatort drängten, wurden Zeugen befragt. In erster Linie die Augenzeugin und Notar Billeth. Aber auch zwei Ohrenzeugen der Tragödie.

Heimatgemeinde unter Schock
Ermittler staunen, dass die Scheidung so plötzlich eskalieren konnte. Der Leiter der Mordgruppe, Leopold Etz: „Erste Ermittlungen ergeben, dass die Scheidung eigentlich geregelt war.“ Im Umfeld des Paares ist aber bekannt, dass die Vorgeschichte wenig harmonisch war: Josef P. ist in Lauterbach als Sonderling bekannt, der sich gerne mit Nachbarn anlegte. Und vor einem Monat musste die Polizei einen Ehestreit des Paares beenden.

Nach der Bluttat sitzt der Schock in der kleinen Gemeinde nun tief – Karlstettens Bürgermeister Josef Neumeyr: „Wir sind hier sehr betroffen. Wir verstehen überhaupt nicht, wie es zu dieser Tragödie kommen konnte.“

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