Niederösterreich krempelt die Gesundheitsversorgung im Waldviertel komplett um - und lässt sich das 500 Millionen Euro kosten.
Spatenstich in Horn! Gesundheits-Landesrat Anton Kasser (ÖVP) gab am Mittwoch den Startschuss für den größten Gesundheits-Umbau, den das Waldviertel je gesehen hat: Der Gesundheitsplan 2040+ sei „kein leeres Versprechen“ - er koste eine halbe Milliarde Euro!
Die Hammer-Zahlen
- 500 Millionen Euro fließen insgesamt ins Waldviertel
- 330 Millionen Euro für die Generalsanierung in Horn
- 154 Millionen Euro für die ersten Ausbaustufen in Horn und Zwettl
- 90 Millionen Euro allein für den ersten Schritt - den Bau der Ausweichfläche in Horn
- 6 Millionen Euro für die Infrastruktur in Allentsteig
Das plant NÖ konkret
Horn wird zur Hightech-Klinik: Roboter-Chirurgie hält Einzug, ein PET-CT für die Krebs-Diagnostik kommt - und die Urologie zieht von Waidhofen an der Thaya nach Horn um. Über 1.000 Mitarbeiter arbeiten dort bereits - 1993 waren es noch 500!
Gmünd schreibt Geschichte: Österreichweit erstes Ambulatorium, in dem die Niederösterreichische Landesgesundheitsagentur und die Gesundheitskasse zusammenarbeiten - mit 24/7-Notfallversorgung, Radiologie, Fachärzten und tagesklinischen Operationen.
Zwettl boomt schon jetzt - 500 Endoprothesen und 500 kleinere Eingriffe pro Jahr. Jetzt kommen zwei neue Eingriffsräume dazu.
Allentsteig bekommt ein Neuro-Reha-Zentrum - ein Novum in der Region.
Kasser verspricht
"Keine Struktur wird geschlossen, bevor die neue nicht funktioniert!" Die Versorgungssicherheit soll stets gewährleistet bleiben.
Umgehende Kritik der SPÖ
Für die SPÖ Niederösterreich ist klar: Strukturveränderungen dürfen nur dann erfolgen, wenn ein gleichwertiger Ersatz durch flankierende Maßnahmen nachweislich sichergestellt ist. In einer Aussendung heißt es: „So war es im Gesundheitsplan vereinbart und das muss eingehalten werden. Solange zentrale Voraussetzungen fehlen, ist die Schließung von Notarztstandorten einfach nicht verantwortbar.“ Das Versprechen einer vollwertigen Erst- und Akutversorgung an allen Spitalsstandorten drohe in der Praxis auf „Erste Hilfe“ reduziert zu werden. Auch Standorte mit Grundversorgungsfunktion müssen ein Versorgungsniveau gewährleisten, das zumindest mit einer notfallmedizinischen Kompetenz ausgestattet ist. Die geplanten Strukturveränderungen führen zu längeren Transportzeiten und höherer Belastung im Rettungssystem. „Gleichzeitig fehlen belastbare Daten zu den tatsächlichen Auswirkungen dieser Umstellung.“