Die WETgruppe startet in Niederösterreich ein neues Energieprojekt: Bewohner von Wohnhausanlagen sollen künftig direkt von günstigem Strom aus Photovoltaik-Anlagen profitieren.
Zusammen mit dem ÖKOSTROM.KOLLEKTIV setzt die größte gemeinnützige Bauvereinigung Niederösterreichs auf gemeinschaftliche PV-Stromnutzung im Wohnbau. Startpunkt ist eine Wohnhausanlage in Statzendorf, die mit einer Solaranlage ausgestattet wurde. Der dort erzeugte Strom wird direkt an die Bewohner weitergegeben. Ziel ist eine nachhaltige, regionale Energieversorgung und mehr Unabhängigkeit von teuren Energieimporten.
Der Sonnenstrom soll aktuell um 16 Cent netto pro Kilowattstunde an die Mieter geliefert werden - und damit deutlich günstiger als viele Marktpreise. Die WETgruppe verwaltet rund 1.200 Gebäude in Ostösterreich. Noch heuer sollen 30 weitere Wohnanlagen nach dem Modell ausgebaut werden. Langfristig gesehen will man auch die rund 100 bestehenden Anlagen umstellen.
Möglich wird das Modell durch gesetzliche Regeln für sogenannte gemeinschaftliche Erzeugungsanlagen. Weil weniger Netzgebühren und Abgaben anfallen, sinken die Kosten für die Bewohner. Überschüssiger Strom wird weiterhin ins öffentliche Netz eingespeist. Gleichzeitig werden Stromnetze entlastet und CO2-Emissionen gesenkt. Für viele Mieter könnte das Projekt damit eine spürbare finanzielle Entlastung bringen.
Die Landesrätin zur PV-Offensive
"Auch im geförderten Wohnbau setzen wir seit vielen Jahren ganz konsequent Maßnahmen, die ökologische Verantwortung gleichzeitig mit sozialer Leistbarkeit vereinbaren sollen", führte Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (ÖVP) aus, dass "ökologisch und leistbar" zwar wie ein Widerspruch klinge, es in den meisten Fällen aber keiner sei.
"Ein bedeutender Schritt war, dass wir im geförderten Wohnbau das erste Bundesland waren, das den Ausstieg aus Öl- und Gasheizungen umgesetzt hat", so die Landesrätin weiter. Diese Entscheidung sei "klimapolitisch motiviert", aber auch "energiepolitisch vorausschauend" gewesen.
"Im Eigenheimbereich fördern wir aktiv den Umstieg auf erneuerbare Energien", betonte die Landesrätin dabei den Heizkesseltausch als "langjähriges und zentrales Instrument". Der Trend setze sich durch, auf bessere Heizmöglichkeiten wie Wärmepumpen, Biomasse oder Fernwärme umzusteigen.
Weitere Stimmen
"Wir haben ein Vehikel geschaffen, das eine einfache Abwicklung von regional erzeugtem Strom ermöglicht zum Vorteil der Mieterinnen und Mieter", erklärt Christian Rädler, Geschäftsführer der WETgruppe. Mit dem Projekt wolle man der Vorreiterrolle, die man im Bereich Nachhaltigkeit eingenommen habe, gerecht werden. Ein wesentlicher Aspekt der Nachhaltigkeitsstrategie der WETgruppe sei "der sorgsame und nachhaltige Umgang mit unserem Energiemix", nannte Rädler die beiden Themen Heizen und Stromproduktion.
Anton Hechtl, Geschäftsführer vom ÖKOSTROM.KOLLEKTIV eGen, betonte ebenfalls die Vorreiterrolle, die man im Bereich Nachhaltigkeit eingenommen habe: "Wir wollen den CO2-Fußabdruck verbessern. Uns ist es ein Anliegen, Strom regional zu produzieren und zu verbrauchen. Unser Strompreis ist unabhängig. Es ist eine Absicherung für steigende Energiepreise."
"Der Gesetzgeber ermöglicht es uns, die alten Anlagen so zu organisieren, dass der Strom direkt in die Wohneinheit fließt und dort auch abgerechnet werden kann", erklärt Matthias Zawichowski vom ÖKOSTROM.KOLLEKTIV eGen, abschließend.