Nach der halbjährlichen Brückenprüfung der Donaubrücke Stein–Mautern durch ein Ziviltechnikbüro veranlasst das vorliegende Gutachten, dass die Fahrbahnbreite des rund 130 Jahre alten Bauwerks aus statischen Gründen reduziert werden muss.
Die Brücke bleibt weiterhin benutzbar, allerdings mit Einschränkungen: Radfahrer, Fußgänger sowie landwirtschaftlicher Verkehr bis 5 Tonnen können die Donaubrücke auch künftig in beide Richtungen nutzen. "Die Brückenprüfung zeigt deutliche Schäden an wesentlichen Bauteilen, insbesondere durch fortgeschrittene Korrosion und Materialverluste. Dadurch ist die bisherige Nutzung in diesem Umfang nicht mehr möglich. Eine deutliche Reduktion der Verkehrslasten, insbesondere durch die Einschränkung der Fahrbahnbreite und die Sperre der Gehwege, ist zwingend erforderlich“, erklärt Dipl.-Ing. Herbert Pommer, Zivilingenieur für Bauwesen.
Umleitung über St. Pöltner Brücke
Um die Belastung der Brücke zu reduzieren und die Verkehrssicherheit aufrechtzuerhalten, wird der motorisierte Individualverkehr über die erst kürzlich vollständig sanierte St. Pöltner Brücke im Zuge der B 37 umgeleitet. Der Umweg für Autos beträgt rund 3,7 Kilometer.
Künftige einstreifige Führung
Konkret muss die Fahrbahnbreite der Donaubrücke Stein-Mautern laut Gutachten von derzeit 5,44 Metern auf rund 3,75 Meter reduziert werden. Eine Nutzung der seitlichen Gehwege ist aus Sicherheitsgründen nicht mehr möglich. Die Brücke wird daher künftig einstreifig geführt, für Fußgänger wird ein gesicherter Bereich auf der Fahrbahn eingerichtet. Die Verkehrsregelung erfolgt künftig über eine Lichtsignalanlage mit Rot- und Gelblicht. Mehrspurige Fahrzeuge werden über Sensoren gesteuert. Radfahrer können die Brücke grundsätzlich in beide Richtungen befahren, müssen jedoch bei Rotlicht anhalten.
Umsetzung binnen vier Wochen
Zunächst wird die Bevölkerung umfassend informiert. In den weiteren Schritten folgt die Installation der Signalanlage, die Einrichtung der Umleitung sowie die Anpassung der Fahrbahn und die Absicherung der nicht mehr nutzbaren Bereiche. "Bei der Sicherheit gibt es keine Kompromisse. Das ist eine notwendige Übergangslösung bis zur geplanten Fertigstellung der Ersatzbrücke“, sagt Niederösterreichs Verkehrslandesrat LH-Stellvertreter Udo Landbauer (FPÖ). Die Ausschreibung zur Errichtung der Ersatzbrücke wurde umgehend nach der Beschlussfassung und budgetären Zusicherung durch den NÖ Landtag veröffentlicht. Ebenso die Ausschreibung zum Teil eins der Hauptbauarbeiten auf der Bestandsbrücke. Auf „grünes Licht“ wartet das Land Niederösterreich zur Verbreiterung der Donaubrücke Stein Mautern. „Wir halten an einer besseren und modernen Brücke fest. Das Ziel ist eine starke und leistungsfähige Hauptverbindung für die nächsten 100 Jahre. Dazu stehen wir in engem Austausch mit dem Bundesdenkmalamt und erwarten den Bericht des Denkmalbeirates“, so Landbauer. Der NÖ Straßendienst ersucht alle Verkehrsteilnehmer um Verständnis für diese notwendigen Maßnahmen.