Richterin Sonja Arleth

Tierschützer

Richterin lässt Prozess platzen

Die Richterin gibt auf. Blitz-Ende im April.

Die Farce soll bald ein Ende haben: Nach einem Jahr will Richterin Arleth das Tierschutzverfahren plötzlich beenden. Freisprüche stehen im Raum.

Am Donnerstag ließ Frau Rat die Bombe platzen: Richterin Sonja Arleth erklärte den verblüfften Angeklagten im Mafia-Prozess gegen 13 Tieraktivisten, sie werde dieses Verfahren nicht mehr weiterführen und möglichst rasch zum Abschluss bringen.

Plädoyer
Der neue Fahrplan: Die schier endlosen polizeilichen Abschlussberichte werden in Marathonsitzungen bis 21 Uhr verlesen, dann beginnen Anfang April die Schlussplädoyers von Anklage und Verteidigung. Gegen Ende des Monats sollen dann die Urteile fallen.

Vergeudet
Die plötzliche Eile überrascht. Mehr als ein Jahr hat sich das Monsterverfahren bisher hingezogen. Dem waren jahrelange Ermittlungen mit kaum greifbarer Ausbeute vorangegangen. Trotzdem kam es zum Prozess, der inzwischen Millionen verschlungen und die Existenz der meisten Beschuldigten vernichtet hat. "Und jetzt will die Richterin urteilen, ohne die Zeugen der Verteidigung überhaupt gehört zu haben", wundern sich Insider über die plötzliche Kehrtwende.

Keine Zeugen
Die Anwälte der 13 Angeklagten werden auch keine Möglichkeit mehr erhalten, ihrerseits Zeugen des Staatsanwaltes zu befragen. Das sehen viele als eindeutiges Indiz für Freisprüche. "Will die Vorsitzende keine Zeugen mehr hören und käme es doch noch zu einer Verurteilung, wäre das ein möglicher Nichtigkeitsgrund und das Urteil müsste wohl aufgehoben werden", meint der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser.

Schluss
Auf jeden Fall müsse vor dem Abschluss des Prozesses über die Zeugenanträge entschieden werden, ist aus dem Landesgericht Wiener Neustadt zu erfahren: "Sie werden stattgegeben oder abgewiesen. Passiert das nicht, ist das Urteil nicht zu halten."

Der Hauptangeklagte Martin Balluch vom Verein gegen Tierfabriken sieht ein Licht am Horizont: "Es war höchste Zeit, dass jemand bei dem absurden Theater die Notbremse zieht. Es hat sich gezeigt: Es ist ein Indizienprozess ohne jedes Indiz. Und dass der Prozess nun bereits nach der Anklagepräsentation endet, ohne dass die Verteidigung ihre Argumente vorzubringen braucht, sagt wohl alles."



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