Ein spannender Archivfund sorgt für Gesprächsstoff: Alte Aufzeichnungen legen nahe, dass das AKW Zwentendorf einst als Motiv für den 1.000 Schilling Schein vorgeschlagen wurde.
Die Dokumente stammen aus den 70er-Jahren und zeigen unter anderem eine Vorlagenzeichnung mit dem AKW Zwentendorf. „Diese stammt scheinbar direkt von Rudolf Nitsch, dem Architekten des AKW. Das AKW war als mögliches Rückseitenmotiv für die 1983 ausgegebene 1000 Schilling-Banknote mit Erwin Schrödinger gedacht“, heißt es seitens der Oesterreichischen Nationalbank.
Zu dieser Zeit sollten die Rückseiten der Banknoten immer eine inhaltliche Verbindung mit den Personen auf der Vorderseite haben. Das AKW hätte daher gut zum Mitbegründer der Quantenmechanik gepasst. Man entschied sich dann allerdings doch für das Gebäude der Universität Wien, wo Schrödinger als Professor tätig war. Nachdem es im Museumsbestand der Oesterreichischen Nationalbank nur eine Vorzeichnung, allerdings keine weiteren Detailstudien im Banknotenformat gibt, dürfte die Idee mit dem AKW eher kurzlebig gewesen sein.
"Es ist jedenfalls nicht das erste Projekt, dass an diesem historischen Standort scheiterte", kommentiert EVN Sprecher Stefan Zach augenzwinkernd den Fund.
Das AKW Zwentendorf heute
Seit dem Kauf des Kraftwerksstandorts Zwentendorf durch die EVN im Jahr 2005, ist viel passiert. Das AKW ist ein besonderer Ort mit (fast) unbegrenzten Möglichkeiten. Heute ist Zwentendorf ein Sicherheits-Trainingszentrum, das zunehmend auch für Rückbautrainings genutzt wird. Als solches wird die Anlage auch gerne für Trainings österreichischer Einsatzorganisationen, wie den Spezialeinheiten des Bundesheers, Polizei, Rettung und freiwilligen Feuerwehren zur Verfügung gestellt. Aber auch Tagungen, Firmen-Events, Fotoshootings oder Musikfestivals sind am Standort möglich.„Das AKW Zwentendorf hat zwar nie Atome gespalten, dafür aber von Anfang an Menschen und Meinungen. Wir sehen es als schöne Aufgabe, einen Ort der das ganze Land gespalten hat wie kein Zweiter, zu einem Ort der Begegnung zu machen“, so Zach.Das AKW Zwentendorf ist auch für Führungen begehrt. Deshalb bietet die EVN interessierten Personen auch kostenlose Zeitreisen in die Welt der späten 70er Jahre an. Jährlich besichtigen bis zu 16.000 Besucher dieses Stück österreichische Zeitgeschichte. Führungen nur mit Voranmeldung.