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Albtraum in Linz

Ärzte-Pfusch, Fehldiagnose: Gesunde Gebärmutter entfernt

Ein folgenschwerer medizinischer Fehler soll sich im Sommer am Linzer Kepler Klinikum ereignet haben. Einer 30-jährigen Frau wurde dabei die Gebärmutter entfernt – obwohl sie keinen Tumor hatte. Ausgelöst worden sein soll der Eingriff durch einen falsch-positiven Befund. 

Ausgangspunkt war laut einem Bericht der „OÖN“ ein Standardeingriff nach einer Fehlgeburt. Eine entnommene Gewebeprobe wurde in der Pathologie als tumorös eingestuft. Für die junge Oberösterreicherin begann damit eine monatelange Phase der Angst. „Ich bin monatelang jeden Morgen aufgewacht und jeden Abend schlafen gegangen – mit der Angst, bald zu sterben“, schildert sie.

Auf Basis des Befunds empfahl ein interdisziplinäres Tumorboard eine Totaloperation. Anfang August wurden der Frau die Gebärmutter, beide Eileiter sowie ein Eierstock entfernt. Erst eine routinemäßige Nachuntersuchung brachte laut Bericht die Wende: Es fanden sich keine Tumorzellen. Weitere Tests und Analysen bestätigten demnach, dass nie ein Tumor vorhanden war. Die ursprüngliche Gewebeprobe soll kontaminiert gewesen sein, offenbar mit Material eines anderen Patienten.

Schwerfe Vorwürfe

Der Anwalt der Frau, Rainer Hable, übt gegenüber "News" scharfe Kritik. „Dass die Gesundheit einer jungen Frau zerstört wurde, ist schlimm genug. Die Patientin dann allein zu lassen, lässt einen fassungslos zurück“, sagt er. Gespräche mit Verantwortlichen seien gescheitert. Gewebekontaminationen seien laut der Gesundheitsholding ein bekanntes, wenn auch seltenes Risiko.

Seitens des Klinikums heißt es, die Behandlung sei „nach dem aktuellen medizinischen Standard und lege artis“ erfolgt. Für die Betroffene bleibt dennoch vor allem ein Gefühl zurück. „Das Schlimmste ist, dass niemand Verantwortung übernimmt. Ich bin keine Zahl. Ich bin ein Mensch“, sagt die 30-Jährige.

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