Überfall-Serie

Bankräuber nach Verfolgungsjagd gefasst

Nur kurz dauerte Mittwochvormittag die Flucht eines Räuberpärchens in Ansfelden. Die Polizei schnappte die Täter nach 45 Minuten. oe24-Leser filmten die Verhaftung.

Kurz nach neun Uhr musste gestern Vormittag die einzige im Kassenraum anwesende Angestellte (40) in den Lauf einer Pistole blicken. Ein mit schwarzer Perücke und dunkler Sonnebrille maskierte Mann stürmte die etwas abseits gelegene Sparkasse in Ansfelden und forderte Bargeld.

Zeuge
Die geschockte Angestellte legte dem Täter knapp 20.000 Euro auf das Kassenpult. Blitzschnell stopfte er die Beute in ein Plastiksackerl und verschwand. Sein Pech und das große Glück für die Polizei: Helmut L. (52) beobachtete, wie der Täter aus der Bank lief, in einen grünen 5er-BMW stieg und davonbrauste.

Verfolgungsjagd
"Ich hab' gesehen wie er etwas ins Auto gelegt hat. In der rechten Hand hatte er eine Waffe", sagt L., der den Täter und dessen Komplizin, die am Beifahrersitz saß, mit seinem Auto verfolgte. "Per Handy hab ich der Polizei ständig durchgegeben, wo wir gerade sind. Der hat mich sicher nicht bemerkt", schildert der wichtige Zeuge.

Flucht zu Fuß
In Ebelsberg war dann vorerst Schluss mit der rasanten Fahrt von Ansfelden nach Linz. Die beiden ließen das Fahrzeug auf einem Billa-Parkplatz zurück, rannten zu Fuß zu ihrer Wohnung – und versteckten dort die Beute und die Waffe. Auch das blieb nicht unbeobachtet: Margarethe R. lieferte der Polizei die wichtige Info: "Der glatzköpfige Mann und die schwarzhaarige Frau rannten in dieses Haus!"

Arbeitslos
Cobra-Beamte, Zivil- und Verkehrspolizisten umstellten das Gebäude – und hatten wenige Augenblicke später Erfolg: Das Räuberpärchen, das seit längerer Zeit arbeitslos war, ergab sich ohne Widerstand zu leisten. "Was soll ich tun, ich hab' keinen Job und kein Geld", sagte der Täter, der schon zwölf Jahre wegen Raubes abzusitzen hatte.

Überfall-Serie
Trotz des schnellen Fahndungserfolges bleibt eine ganze Reihe an Überfällen ungeklärt. "Jetzt werden natürlich alle Fälle neu überprüft und geschaut, ob der aktuelle zu Fällen aus der Vergangenheit passt. Derzeit schaut's aber eher schlecht aus", sagt der Chef des Landeskriminalamtes, Rudolf Keplinger.

Ungeklärte Fälle
Sieben Mal Linz, Vöcklabruck, Steyr, Wels, Wartberg, Katsdorf, ... Die Liste der Orte, wo Räuber in diesem Jahr zugeschlagen haben, ist lang. In 17 Fällen ermittelt die Polizei nach wie vor in Richtung unbekannt. Neben Überfällen auf Tankstellen, Wettbüros, Trafiken, eine Pizzeria und auf einen Friseursalon sind acht Überfälle auf Banken ungeklärt. Nur die DNA und Zeugenhinweise könnten der Polizei den Weg zum Täter ebnen.

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