Die dritte Ausgabe der "communale oö", die heute Abend im Ursulinenhof offiziell eröffnet wird, widmet sich "400 Jahre Bauernkrieg in Oberösterreich". In 27 Gemeinden, sogenannte Mut-Orte, soll bis November diese prägende Geschichte über vielfältige Zugänge erlebbar gemacht werden.
Das Programm wolle auch die Verbindungen zwischen dem Aufstand von 1626 und den Herausforderungen des heutigen Zusammenlebens erkunden. Plätze, Gemeindesäle oder Turnhallen werden als Orte der "communale" in knalligem Gelb herausleuchten, erläuterte der künstlerische Projektleiter Martin Honsik.
Was die Bauernkriege für heute auch bedeuten
"Es wird ein bewegendes Ereignis werden", bedankte sich Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) im Voraus beim Organisationsteam. Die "communale", mit einem Budget von ca. zwei Millionen Euro vom Land (davon 650.000 Euro für das Programm), wolle nicht nur erinnern, sondern "versucht herauszudestillieren, was darüber steht: Der Titel 'Mut' trifft es gut." Ging es beim Bauernkrieg doch um das Eintreten für Freiheit, um Zivilcourage, so der Landeshauptmann. "Was das für uns heute bedeutet, steht ebenso im Zentrum der Ausstellung."
130 Projekte in zwei Programmabschnitten
Rund 130 Projekte werde es in zwei Programmabschnitten zu sehen geben. Im Programmbuch "#1 Frühling/Sommer" sind jene Veranstaltungen bis einschließlich August 2026 angeführt. Für das Programm ab September bis November 2026 wird es das Programmbuch "#2 Herbst" geben, erläuterte Honsik. Man sei u.a. in die Gemeinden gegangen, habe bei ihnen nach "Mut zu" gefragt, so ein Ansatz. Jede Gemeinde legte sich dann fest: "Mut zum Frieden", "Mut zum Laut sein" oder "Mut zum Ausschnopsn", lauten etwa Projekte in einzelnen Orten. "Partizipation, Mitgestaltung und Diskussion sind die Eckpfeiler, auf denen die communale steht", fasste es Landeskulturdirektorin Margot Nazzal zusammen.
"Bauernkrieg - Zwischen Geschichte und Fiktion" im Schlossmuseum
Fixpunkt der "communale" bildet ab achten Mai die Ausstellung "Bauernkrieg - Zwischen Geschichte und Fiktion" im Linzer Schlossmuseum. Der Blick werde nicht auf die Schlacht gerichtet, sondern die Erzählungen darüber, meinte der wissenschaftliche Geschäftsführer der OÖ Landeskultur GmbH, Alfred Weidinger. Anhand von Dokumenten und Kunstgütern wolle man sichtbar machen, wie jede Zeit den Bauernkrieg neu erfinde - eine Schau zwischen "Fact und Fiction".