In Innsbruck spitzt sich eine beunruhigende Serie von Todesfällen dramatisch zu. Innerhalb weniger Wochen sind bereits mehrere Menschen aus dem Umfeld der Drogenszene gestorben. Nun ist auch ein erst 14-jähriges Mädchen tot.
Die Jugendliche wurde am Mittwoch in einer Wohnung im Stadtteil Dreiheiligen tot aufgefunden. Ein Amtsarzt stellte den Tod fest. Sie ist bereits das fünfte Opfer seit Ende Februar. Zuvor starben zwei weitere Mädchen im Alter von 13 und 16 Jahren sowie zwei Männer im Alter von 24 und 28 Jahren.
- Freundin brutal verprügelt – Haft nach Drogen-Streit
- Beeinträchtigter Lenker flüchtete in Wien und wollte nicht aussteigen
- Senior soll Ehefrau getötet haben – dann sich selbst
Die Fälle sorgen für große Unruhe, denn alle stehen im Zusammenhang mit der lokalen Suchtgiftszene.
Clique im Fokus
Besonders brisant: Die drei verstorbenen Mädchen kannten sich laut Experten persönlich und gehörten derselben Gruppe an. Diese Clique ist laut Klaus Kapelari, ärztlicher Leiter des Kompetenzzentrums Gewaltschutz, bereits wegen intensiven Drogenkonsums bekannt.
Damit rückt ein ganzes Umfeld in den Mittelpunkt der Ermittlungen.
Todesursache noch unklar
Ob die 14-Jährige tatsächlich an den Folgen von Drogenkonsum gestorben ist, steht derzeit noch nicht fest. Die Staatsanwaltschaft hat eine Obduktion angeordnet, Ergebnisse werden jedoch erst in einigen Wochen erwartet.
Neben der Obduktion sind auch umfangreiche toxikologische Untersuchungen notwendig.
Schwere Vorwürfe
Kapelari warnt unterdessen vor einem besonders perfiden System: Junge Mädchen könnten gezielt mit günstigen Drogen angelockt und später unter Druck gesetzt werden. Teilweise müssten sie ihren Konsum mit Gegenleistungen „bezahlen“.
Viele Betroffene würden jedoch aus Angst schweigen und kaum mit der Polizei kooperieren.
Als zentraler Treffpunkt der Szene gilt laut Berichten weiterhin der Bereich rund um den Innsbrucker Hauptbahnhof. Dort sei der Zugang zu illegalen Substanzen besonders leicht. Die jüngste Entwicklung zeigt: Die Situation droht weiter außer Kontrolle zu geraten.