Die Hotspots

Wetter-Experte schlägt Alarm: "Es ist so trocken wie noch nie"

Diese Regionen trifft die Trockenheit besonders.

Österreich steht Mitte April vor einer meteorologischen Ausnahmesituation. Während normalerweise die zweite Hälfte des Frühlings von häufigeren Niederschlägen geprägt ist, zeigt sich heuer ein ganz anderes Bild: Große Teile des Landes leiden unter einer ungewöhnlich starken Trockenheit. Flächendeckender, anhaltender Regen ist laut aktuellen Prognosen vorerst nicht in Sicht – und das könnte weitreichende Folgen haben.

Das sind die Trocken-Hotspots

Besonders betroffen sind der Süden und Südosten Österreichs. Vom Lungau im Bundesland Salzburg bis ins Südburgenland ziehen sich Regionen, in denen es seit Wochen kaum geregnet hat. Extrem ist die Lage etwa in Tamsweg: Seit Beginn des meteorologischen Frühlings am 1. März wurden dort lediglich vier Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen – ein Defizit von rund 93 Prozent im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt.

Meteorologen sprechen bereits vom „trockensten Frühling“ seit Beginn der Messungen in einigen Regionen. Im Klagenfurter Becken, im Raum Graz sowie in Linz wurden historische Tiefstwerte registriert. Laut dem Wetterdienst Ubimet bewegt sich die aktuelle Situation in diesen Gebieten auf Rekordniveau.

Ein Blick auf die Landeshauptstädte verdeutlicht die Dimension der Trockenheit: Während Eisenstadt mit vergleichsweise moderaten Abweichungen noch nahe am Durchschnitt liegt, fehlen in Klagenfurt rund 90 Prozent der üblichen Niederschlagsmenge. Auch Graz, Linz und St. Pölten verzeichnen massive Defizite, während selbst traditionell niederschlagsreichere Städte wie Salzburg und Wien deutlich unter den üblichen Werten bleiben.

Gründe für die Trockenheit

Im österreichweiten Durchschnitt ergibt sich ein Niederschlagsminus von rund 60 Prozent – ein Wert, der selbst für außergewöhnliche Wetterlagen bemerkenswert ist. Verantwortlich dafür ist eine anhaltende Häufung trockener Großwetterlagen über Europa. Solche Phasen sind zwar nicht neu, doch ihre Dauer und Intensität werfen Fragen auf: Handelt es sich um eine einmalige Wetteranomalie oder um ein Muster, das sich künftig häufiger wiederholen könnte?

Die Auswirkungen sind bereits spürbar. In der Landwirtschaft fehlt dringend benötigte Feuchtigkeit, Böden trocknen aus und zeigen erste Risse. Auch die Grundwasserspiegel geraten unter Druck. Noch bleibt ein gewisser Optimismus: Theoretisch könnte der Frühling die Situation durch spätere Niederschläge noch entschärfen.

Doch genau daran bestehen derzeit Zweifel. Zwar kündigen Prognosen für die kommende Woche etwas unbeständigeres Wetter an, inklusive vereinzelter Regenfälle. Diese dürften jedoch kaum ausreichen, um das massive Defizit auszugleichen. Meteorologen sprechen eher von einem „Tropfen auf dem heißen Stein“.

Langfristige Modelle bis Ende April zeigen zwar sinkende Temperaturen, aber keine klare Tendenz zu anhaltendem Regen. Damit bleibt die Trockenheit vorerst bestehen – und Österreich muss sich möglicherweise auf einen Sommer vorbereiten, der bereits unter schwierigen Vorzeichen beginnt.

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