Verhaftung von oe24-Reporter wird zum Fall fürs Parlament

"Überschießende Polizeigewalt"

Verhaftung von oe24-Reporter wird zum Fall fürs Parlament

ÖJC fordert Untersuchung von ''überschießender Polizeigewalt''. Opposition kündigt parlamentarisches Nachspiel an. 

Die umstrittene Festnahme von oe24.TV-Reporter Mike Vogl bei einem Pressetermin mit Bundeskanzler Sebastian Kurz am Freitag sorgte nicht nur für große Empörung in den Sozialen Netzen, sondern könnte jetzt auch ein parlamentarisches Nachspiel haben. 

Am Freitagnachmittag hatten sich bei einem Besuch des Bundeskanzlers rund 50 Personen zu einer Spontandemo zusammengefunden. oe24.TV-Journalist Mike Vogl arbeite gerade an einer Reportage über die Zusammenkunft, als er von Polizisten brutal festgenommen wurde. "Plötzlich wurde ich von hinten an eine Wand gedrückt, das war sehr schmerzhaft", erzählte Vogl. "Drei junge Polizisten sagten mir, ich solle sofort aufhören zu filmen und zu fotografieren." Selbstverständlich habe er den Polizisten erklärt, dass er von der Presse sei und nur seinen Job mache. Trotzdem sei er gefesselt und festgenommen worden.

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Verhaftung von oe24-Reporter wird zum Fall fürs Parlament
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 "Man hat versucht, mir die Hände hinten zusammenzubinden. Als das nicht ging, wurde ich gegen eine Glasscheibe gedrückt. Ich hatte arge Striemen an der Hand." 

Kritik vom ÖJC

Die Amtshandlung werde evaluiert, erklärte Polizeisprecher Hans Wolfgruber. Drei junge Polizisten hätten den Mann nicht als Journalisten erkannt, sagte er auf Anfrage. Der Österreichische Journalist*innen Club (ÖJC) verurteilte unterdessen die Festnahme und sprach in einer Aussendung von "überschießender Polizeigewalt". Der Präsident des ÖJC, Oswald Klotz fordert eine sofortige Untersuchung des Vorfalls, eine Schulung der Salzburger Polizisten im Umgang mit arbeitenden Medienvertretern und eine offizielle Entschuldigung beim betroffenen Journalisten.

Der Druck verstärkt sich weiter, denn mittlerweile berichten auch deutsche Medien bereits über den Vorfall. So erstattete beispielsweise das renommierte deutsche Medium Spiegel.de Bericht:

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Spiegel.de-Beitrag
× Spiegel.de-Beitrag

Nachspiel im Parlament

Die Bilder von der Festnahme seien schockierend, reagierte FPÖ-Sicherheitssprecher Hannes Amesbauer in einer Aussendung. Ein derartiger Vorfall sei in einem demokratischen Land, wo Pressefreiheit eine Selbstverständlichkeit sein sollte, höchst problematisch und müsse lückenlos aufgeklärt werden. "ÖVP-Innenminister Karl Nehammer muss hier im Rahmen einer parlamentarischen Anfrage Rede und Antwort stehen", so Amesbauer. Die brutale Festnahme könnte also noch ein Nachspiel im Parlament haben.



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