Bräutigam vor Trauung verhaftet: Jetzt spricht die Braut

Ihr Mann aus Gambia wird abgeschoben

Bräutigam vor Trauung verhaftet: Jetzt spricht die Braut

Für Susanne B. (29), angehende Krankenschwester und Mutter zweier Buben (sechs und vier Jahre alt), hätte es der Traumtag werden sollen: „Jetzt bin ich völlig am Ende“, sagt sie zu ÖSTERREICH. Sie kann es nicht fassen, was im Schloss ­Mirabell in Salzburg geschehen ist: „Fünf Minuten vor unserer Trauung im Marmorsaal holten sie meinen Mann ab“, weint sie. Sie, ihre Mutter und ihre Freundinnen haben gebettelt, aber die Beamten vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl ließen das Jawort nicht mehr zu. Der negative Asylbescheid für ihren 32-jährigen Bräutigam Langkeba aus Gambia wurde exekutiert: „Hätten sie uns das früher gesagt“, klagt Susanne B., „hätten wir nicht dieses große Hochzeitsauf­gebot bestellt.“ Kleid, Blumen, Saalmiete im Schloss – alles umsonst: „Das muss ich jetzt zahlen, und ich bin Alleinverdienerin.“

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Empörung

Die Trauung wurde vor vier Monaten angemeldet. Die Beamten wussten somit wochenlang Bescheid, doch sie warteten den großen Moment ab: „Das war ein abgekartetes Spiel“, glaubt Susanne B. Auch Franz Schefbaumer, Leiter des Standesamts, war überrascht: „Das haben wir in Salzburg noch nie gehabt“, sagt er.

Susanne B. Bräutigam festgenommen © zvg

 

Aufklärung

Laut Polizei habe der Gambier am 1. April ein Mandat erhalten, sich binnen drei Tagen in Wien einzufinden. Dem kam er nicht nach. Daher sei er am vierten Tag, am Tag der Hochzeit, festgenommen worden. Langkeba, der bereits mehrfach in Schubhaft gesessen sein soll, wird nach Italien überstellt, da er dort in die EU einreiste.

Urlaubsliebe

Für Susanne B. bricht eine Welt zusammen. Sie hat ihren Bräutigam aus Gambia (Westafrika) vor vier Jahren im Urlaub in Süditalien kennengelernt: „Es ist die ­große Liebe“, so B. Vor einem Jahr kam er nach Salzburg, beantragte Asyl. Doch der Bescheid war negativ. Jetzt das Drama-Ende.(wek)

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Braut: "Fünf Minuten 
vor der Trauung holten sie ihn ab"

ÖSTERREICH: Was ist im Schloss Mirabell geschehen?

Susanne B.: Es war einfach furchtbar. Die Beamten ­haben uns noch zugeschaut, wie wir vor dem Schloss Fotos gemacht haben. Fünf Minuten vor der Trauung haben sie dann meinen Mann abgeholt, verhaftet. „Lasst uns doch heiraten“, hab’ ich gebettelt, aber das hat nichts genützt. Das war ein abgekartetes Spiel. ­Meine Kinder haben sich an ihn geklammert, geweint, trotzdem haben sie ihn mitgenommen.

ÖSTERREICH: Wo ist er jetzt?

B.: Wohl im Schubhaftzentrum in Wien. Seine Verhaftung war eine bodenlose Gemeinheit. Sie hätten ihn freiwillig ausreisen lassen können. Er ist unbescholten, war nie straffällig, hat niemandem etwas getan. Er wollte Mechaniker werden.

ÖSTERREICH: Wie haben Sie ihn kennengelernt?

B.: Das war im Italienurlaub vor viereinhalb Jahren. Meine Urlaubsliebe. Vor einem Jahr ist er dann nach Salzburg gekommen. Er hat einen Deutschkurs besucht, die Prüfungen abgelegt. Er hat sich um meine beiden Kinder gekümmert, damit ich meine Ausbildung zur Krankenschwester abschließen kann. Jetzt das.

 

Susanne B. Bräutigam festgenommen © zvg

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