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Hinter Gitter

Schwimm-Trainer missbrauchte Kinder

8,5 Jahre Haft für Ex-FPÖ-Mann -Die Opfer erhalten 45.000 Euro. 

Die Anfertigung von Porno-Bildern des 3-jährigen Nachbarkindes, der Missbrauch von drei minderjährigen Mädchen aus dem SOS-Kinderdorf und die Vergewaltigung einer 16-Jährigen – so widerlich lauteten die Anklagepunkte der Staatsanwaltschaft am Mittwoch im Landesgericht Feldkirch.

Zu verantworten hatte sich deswegen der ehemalige FPÖ-Politiker und Schwimmtrainer Wilfried B. (65). Besonders schamlos: Wilfried B. hatte bei seinen Taten sein Autoritätsverhältnis als Sportlehrer bei seinen Opfern ausgenützt.

Entsetzen im Gerichtssaal bei Aussagen des Trainers
Vor Gericht wollte der 65-Jährige aber nichts davon wissen, stritt die Taten, die er vor 13 Jahren beging, alle ab – bis auf eine: „Die Fotos von der 3-Jährigen und auch der 16-Jährigen habe ich als perverse Montage gemacht“, so Wilfried B.: „Aber die waren nur für mich ganz alleine gedacht.“ Die Gerichtskiebitze im Saal schüttelten angewidert den Kopf.

Dass Wilfried B. der Prozess überhaupt gemacht werden konnte, ist der heute erwachsenen Frau zu verdanken, die als 16-Jährige Schwimmschülerin vergewaltigt wurde. Sie erstattete nach Gesprächen mit ihrem Therapeuten Anzeige. Im Zuge der Ermittlungen stellte sich heraus, dass Wilfried B. auch im SOS-Kinderdorf sein Unwesen getrieben hatte. Bereits früher soll es dort zu sexuellen Übergriffen des Triebtäters gekommen sein. Doch trotz Hausverbotes hatte sich der 65-Jährige über eine pensionierte Mitarbeiterin immer wieder Zutritt verschafft. Die FPÖ reagierte übrigens umgehend, als sich der Missbrauchsverdacht erhärtete, und schloss Wilfried B. aus der Partei aus.

Urteil gegen Sportlehrer noch nicht rechtskräftig
Der Angeklagte wurde zu achteinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Die Opfer erhalten 45.000 Euro Schmerzensgeld. Das Urteil ist aber noch nicht rechtskräftig.

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