Weil er seine sechs Jahre alte Nachbarstochter in seine Wohnung gelockt und vergewaltigt haben soll, wurde am Dienstag am Wiener Landesgericht gegen einen Pädophilen verhandelt, der auch tausende einschlägige Bilder daheim gehortet und ein weiteres Mädchen belästigt hatte.
Wien. "Die Tat ist schrecklich und erschütternd", sagte der Verteidiger eingangs der Verhandlung. Sein Mandant habe eine pädophile Störung, die ihm "in der Frühphase der Entwicklung von der Natur eingepflanzt worden ist". Im Sinn der Anklage geständig war der bisher Unbescholtene zunächst nicht.
Nach und offenbar unter dem Eindruck der Einvernahme der Sechsjährigen, die unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen wurde, änderte der Angeklagte dann aber seine Verantwortung. "Ich gebe alles zu", sagte der Mann. Es sei aber "nur ein Mal passiert".
Der angeklagte Syrer wurde relativ schnell, allerdings nur zu 4,5 Jahren Haft verurteilt.
Das furchtbare Geschehen hatte sich am 3. Juli 2025 zugetragen. Der arabische Zuwanderer hatte das Volksschulmädchen im Innenhof der Wohnanlage beim Spielen beobachtet. "Er hat ihr einen Lollipop angeboten", schilderte die Staatsanwältin. Aufgrund der Aussichten auf die Süßigkeit habe ihn das Mädchen begleitet. Er habe sie dann in seine Wohnung geschoben, teilweise entkleidet und sexuelle Handlungen vorgenommen.
"Er hat vorher Potenzmittel eingenommen"
"Er hat vorher Potenzmittel eingenommen", meinte der Verteidiger - tatsächlich im Versuch, seinen Mandanten damit zu entlasten! Weil sich sein Mandant deswegen "in einem unkontrollierbaren Zustand befunden" haben soll. "Ich hatte zehn Milliliter Testosteron genommen fürs Gym (er meint ein Fitnesstudio, Anm.), das einen leider sexuell anregt", flunkert ungeniert der Angeklagte. "Wie lange hat das gedauert?", wollte die Richterin wissen. "Nur eine Minute. Ich hab' ihr dann gesagt, sie soll verschwinden", erwiderte der 52-Jährige.
Nach der Festnahme des 52-Jährigen wurde bei dem Mann eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Dabei wurden auf diversen Datenträgern 5.500 bis 6.000 Dateien - Bilder und Videos - mit Kindesmissbrauchsmaterial sichergestellt. Zwei Videos hatte der beim AMS als arbeitssuchend Gemeldete per WhatsApp auch weitergegeben. Außerdem hatte er aus dem beschafften Material über 160 Screenshots hergestellt.
Inkriminiert war auch ein weiterer Vorfall mit einem anderen Mädchen. Diesem soll er in einem Park auf seinem Handy einen Pornofilm gezeigt und die Unmündige aufgefordert haben, das auch zu machen.