Steiermark

Hells Angels: Wirbel um Rocker in Graz

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Wilde Rocker-Party: Wie gefürchteten Hells Angels Graz unsicher machten.

So etwas hat die Steiermark noch nie gesehen: Bis zu 2.000 der gefürchteten Hells Angels – von Brasilien bis Südafrika – bevölkern noch bis heute, Sonntag, Graz. Sie feiern in Unterpremstätten ihr Jahrestreffen World Run. Harte Jungs, laute Maschinen, Tattoos, Alkohol und Party in der ganzen Stadt, aber auch Prügel und Festnahmen.

Hunderte Polizisten
Zumindest der Samstag, der vorletzte Tag des Mega-Events, verlief bis zum Nachmittag ohne Terror. Polizei-Chef Karl Lassnig zu ÖSTERREICH: „Die Nacht war ruhig, in der Früh gab es einen Vorfall mit einem alkoholisierten Rocker, ein Auto wurde beschädigt.“ Die Rocker mischten sich unter die Bevölkerung, genossen wilde Ausfahrten oder nahmen am Event in der Schwarzl­halle teil. Lassnig: „Es ist ein diffuses Gefahrenpotenzial.“ Seit Donnerstag bewachen deshalb Hunderte Beamte die Lage, werden von 17 szenekundigen Polizisten unterstützt. Denn: Die Crème de la Crème der Rockerszene ist da, darunter polizeibekannte Gesichter – auch aus Deutschland, wo ein blutiger Rocker-Krieg tobt (siehe unten).

Erste Festnahme
Die Polizeipräsenz ist nötig, schon Freitag ging es ordentlich zur Sache: Die Rocker zertrümmerten zwei Lokale in Graz, darunter ein Bordell. Café Okei-Chef Werner S. wurde blutig geschlagen, obwohl er helfen wollte. Bei Kontrollen ging den Beamten ein international gesuchter Betrüger ins Netz.

Hells Angels: Jahrestreffen in Graz


 

Mord & Raub: Die Polizeiakte Hells Angels

Gewalt, Drogen, Raub, Mord: In den vergangenen Tagen gerieten die deutschen Hells Angels unter enormen Druck. Zuerst wurde ein Rocker der verfeindeten Bandidos tot gefunden – Beweise für eine Straftat durch die Angels gab es nicht. Dann wurde dem mächtigen Hells-Angels-Boss Frank Hanebuth (47) vor Gericht vorgeworfen, Auftraggeber für den Mord an einem Türken zu sein. Hanebuth dementiert: „Ich haue schon mal zu, bringe aber keinen um.“ Zudem fand die ­Polizei auf einem Hells- Angels-Gelände einen Folterkeller.

Kontakte zur Italien-Mafia
In Berlin verbot die Polizei die Höllen-Engel. Sie sollen ihr Geld mit groß angelegtem Drogenhandel verdienen. Dutzende Frauen sollen für die Rocker-Gruppe anschaffen gehen, mehrere Bordelle werden von den Hells Angels kontrolliert. Chef der Berliner Gruppe ist Kadir P. (28), ein gebürtiger Türke: Er ist der mächtigste Rocker Berlins. Seine europaweiten Kontakte sollen sogar bis zur italienischen Mafia reichen.

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