Ganzes Land jagt Tirols "Patient 1"

Exil-Tiroler im Fokus

Ganzes Land jagt Tirols "Patient 1"

Patient 1 war womöglich ein Tiroler, der aus Südafrika heimkehrte.

Schwaz. Der erste bekannte Fall der Südafrika-Mutation in Österreich findet sich am Tag vor Weihnachten im Bezirkskrankenhaus Schwaz in Tirol.

Der Infizierte war symptomlos und wurde routinemäßig vor einer OP getestet. Er hat laut Tiroler Tageszeitung einen Bekannten getroffen, der zuvor fünf Wochen in Südafrika war. Dem Vernehmen nach „auf Geschäftsreise“. Über München ist der Mann nach Tirol heimgekehrt, traf Bekannte und ist dann nach NÖ übersiedelt. Erst dort entwickelte er Symptome und wurde positiv getestet.

Heiße Spur. Elmar Rizzoli leitet den Corona-Einsatzstab des Landes und verweist auf „aktuelle behördliche Ermittlungen“. Tiroler Grünen-Klubobmann Gebi Mair sprach zuletzt von einem „Eintrag aus dem süddeutschen Münchner Raum“. Auf ÖSTERREICH-Nachfrage heißt es, dass es dafür bisher nur Indizien gebe, der Kreis der Verdächtigen würde stets kleiner.

Proben im Tiefkühler. „Wir haben viele PCR-Proben bei uns im Tiefkühler“, heißt es von der AGES.

Wie bei „CSI“. Im Nachhinein können diese Fälle sequenziert werden: „Der DNA-Fingerprint zeigt genau, welche Unterfamilie des Virus da ist und wie sich die Infektion weiterverbreitet.“ Die Ermittlungen seien „wie bei CSI“.

Ski-Cluster. Am 23. Jänner wird die Mutation B.1.351 bei fünf Fällen aus dem Zillertal bestätigt. Mittlerweile gibt es 438 bestätigte und teils unbestätigte Fälle der Südafrika-Mutation in Tirol. „Nachweislich belegt gibt es nirgendwo sonst in Europa so viele Mutationsfälle mit dem Südafrika-Virus“, sagt ein AGES-Experte. Womöglich ist „Patient 1“ jetzt ins Netz gegangen. 

Grenze dicht: Keine Ausnahme für die Pendler

Tirol. Deutschland macht bei seinen verschärften Grenzkontrollen ab Sonntag Ernst: Vom verhängten Einreisestopp nach Bayern sind dann auch Pendler betroffen, es soll keine Ausnahmen mehr geben. Die EU-Kommission ist damit in Berlin gescheitert, Ausnahmen zu ermöglichen. Nur noch Deutsche und Ausländer mit Wohnsitz im Nachbarland dürfen die Grenze passieren. Gesundheitspersonal darf aber weiterhin einreisen.

(bra)

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