U-Bahn-Schubser drohen 5 Jahre

Brutaler Übergriff

U-Bahn-Schubser drohen 5 Jahre

Elektriker schlug Opfer - Sie fiel auf die Gleise. 

Bunte Kritzeleien, Genesungswünsche und Herzchen zieren den dicken Gips am linken Bein von Nelly W. (36). Sie humpelt ganz langsam durch den Friseursalon ihrer besten Freundin Sharon, setzt sich auf den schwarzen Sessel im hinteren Teil des Ladens. „Ich habe Angst vor dem Prozess“, sagt sie leise in gebrochenem Deutsch.

Heute um 10 Uhr muss sich die gebürtige Afrikanerin in den Saal 103 im Straflandesgericht Wien schleppen, muss ihre Horror-Nacht vor der Richterin noch einmal Revue passieren lassen. Es wird ihr schwer fallen, zu sprechen, denn Nelly kann sich kaum noch erinnern. „Ich war ja ohnmächtig“, sagt die 36-Jährige im ÖSTERREICH-Gespräch. Ihr helfen wird jedoch Sharon, die beste Freundin.

U-Bahn konnte in letzter Sekunde abbremsen
Sharon war am 7. Jänner um 23.40 Uhr dabei, als der 51-jährige Wiener Elektriker Josef Sch. in der U-Bahn-Station Taborstraße austickte und ihrer Freundin mit der Faust ins Gesicht schlug. Die Stylistin erinnert sich für Nelly, wie der 51-Jährige die zierliche Frau packte und auf die Gleise der Linie U 2 warf. Der Lokführer der einfahrenden U-Bahn konnte im letzten Moment bremsen, sonst wäre es zu einer tödlichen Katastrophe gekommen, sonst würde Josef Sch. heute wegen Mordes vor Gericht stehen – für ihn gilt die Unschuldsvermutung.

So ist es immerhin „absichtlich schwere Körperverletzung“. Für den Elektriker kann das im schlimmsten Fall fünf Jahre Haft bedeuten. Für Nelly wäre das nur gerecht.

›Ich habe noch immer große Angst‹
Ein Lächeln huscht über ihr Gesicht, als sie ihren bunten Gips präsentiert. Alle Freunde haben darauf unterschrieben, ihr kleine Bilder darauf gemalt. „Ich kann mich an fast nichts mehr erinnern“, sagt Nelly W. zu ÖSTERREICH am Tag vor dem großen Prozess. Ein Freund, der ihr in dieser harten Zeit zur Seite steht, ergreift das Wort: „Sie war ohnmächtig, stand völlig unter Schock. Wir können froh sein, dass sie noch am Leben ist.“

Fast einen Monat lang musste die 36-Jährige im Krankenhaus liegen, noch immer hat sie große Schmerzen. „Ich habe Angst vor dem Prozess. Deswegen will ich jetzt nichts Falsches sagen“, sagt sie leise. Sie hofft einfach nur auf Gerechtigkeit.

 

VIDEO - Madrid: Frau fällt ohnmächtig auf U-Bahn-Gleise

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