Ein Whistleblower wollte möglichen Missbrauch von Fördergeldern melden und wurde offenbar bei den Erhebungen durch die Polizei geoutet.
Ktn. Begonnen hat der Bumerang für den Whistleblower wie folgt: Der Kärntner hatte anonym über eine Social-Media-Plattform des Innenministeriums den Missbrauch von Fördergeld gemeldet - das berichtete die Kärntner "Kleine Zeitung" am Dienstag.
Der Mann war daraufhin von einer Polizeidienststelle kontaktiert, identifiziert und befragt worden. Bald darauf soll der wegen des möglichen Fördergeldmissbrauchs gemeldete Betrieb seinen Namen gewusst haben, also der Hinweisgeber entgegen allen Vorgaben und Zusagen enttarnt worden sein. Dadurch drohen dem Tippgeber - der offenbar in dem oder für das beschuldigte(n) Unternehmen arbeitet - berufliche Konsequenzen.
Der enttarnte Informant beauftragte daraufhin eine Anwaltskanzlei, die Anzeige wegen Verdachts des Amtsmissbrauchs und Verletzung des Amtsgeheimnisses erstattete.
Der Anwaltskanzlei zufolge sei die gesamte Polizeidienststelle angezeigt worden, so der Bericht, weil erst geklärt werden müsse, wer für die Enttarnung des Hinweisgebers verantwortlich ist. Die strafrechtlichen Ermittlungen dürfte die Staatsanwaltschaft in Graz übernommen haben, zwecks Ausschluss von Befangenheit. "Zur Wahrung von Persönlichkeitsrechten sowie aus Gründen der Amtsverschwiegenheit und des Datenschutzes ist es nicht möglich, die Anhängigkeit von Ermittlungsverfahren gegen bestimmte Personen zu bestätigen", hatte die Staatsanwaltschaft (jetzt natürlich überkorrekt) der "Kleinen Zeitung" mitgeteilt.