120.000 €: Vater wollte Tochter (5) "verkaufen"

"Unfassbarer Justizskandal"

120.000 €: Vater wollte Tochter (5) "verkaufen"

Eine Mutter kämpft um das Sorgerecht für ihre Tochter. Den Vater interessiert nur Geld.

Die Flucht begann vor zwei Jahren: Nach einer umstrittenen Entscheidung des zuständigen Bezirksgerichts und quasi Hals über Kopf nahm Mariana Z. ihr Töchterchen Isabell (5) und verließ Österreich. Seitdem lebt die 37-Jährige mit ihrem Kind im Ausland.

Es geht beiden gut, doch auf dem vermeintlichen Glück liegt ein tiefer Schatten: Mariana Z. wird von den Behörden per Haftbefehl gesucht, weil sie in einem Obsorgestreit ihre Tochter dem Kindsvater zu Unrecht entzogen haben soll. „Dabei hat sie nur ihr Kind, das ihr aus unverständlichen Gründen entrissen werden sollte, in Sicherheit gebracht. Das Ganze ist ein unfassbarer Justizskandal“, sagt Astrid Wagner, die Anwältin der Mutter. Sie versucht jetzt, den Haftbefehl außer Kraft setzen zu lassen.

Gutachter bestätigte gute Entwicklung des Kindes

Isabells Vater hatte schwere Vorwürfe gegen die Mutter seiner Tochter erhoben. Sie sei drogensüchtig, vernachlässige das Kind. Während das Jugendamt keine besonderen Auffälligkeiten feststellte, schlug sich eine Familienrichterin auf die Seite des Vaters und sprach diesem die Obsorge für die Fünfjährige zu.


Auf die dieser jedoch verzichtet hätte: „Wenn die Familie der Kindsmutter bereit ist, 120.000 Euro zu bezahlen, darf Isabell gerne bei ihrer Mutter aufwachsen“, sagte er bei einem Treffen in einem Wiener Anwaltsbüro.

© ÖSTERREICH/ Artner
Anwältin Astrid Wagner vertritt die Mutter von Isabell.

Astrid Wagner will „dem Spuk jetzt ein Ende bereiten“, wie sie sagt: „Das Kind gehört zur Mutter und nicht zu einem Vater, der sein Kind nie sehen wollte und, um es scharf zu formulieren, sogar verkaufen möchte.“ Die Juristin hat Isabell inzwischen von einem Gutachter untersuchen lassen. Nach seiner Einschätzung geht es dem Mädchen bei der Mutter bestens.

Manfred Schröfl

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