Spittelau

120-Tonnen-Pumpe soll 16.000 Wiener Haushalte versorgen

Wien Energie hat eine neue Großwärmepumpe in der Müllverbrennungsanlage Spittelau in Betrieb genommen. 

Die Pumpe wiegt laut Angaben von Wien Energie 120 Tonnen und nutzt die Abwärme der Rauchgasreinigung, um 16.000 Wiener Haushalte mit Heizung und Warmwasser zu versorgen. "Damit ist die Spittelau die effizienteste Müllverbrennungsanlage in Mitteleuropa", sagte Wien-Energie-Chef Karl Gruber bei einem Pressegespräch am Donnerstag.

"Die neue Großwärmepumpe nutzt ab sofort zusätzlich die Abwärme der Rauchgasreinigung und holt so noch mehr Energie heraus", sagte Wiens Verkehrsstadträtin Ulli Sima (SPÖ). Bei der Müllverbrennung entstehen heiße Rauchgase, die bei der anschließenden Reinigung Wärmeenergie abgeben, heißt es in der Presseaussendung. Diese Energie wird in eine Wärmepumpe eingespeist. Die neue Großwärmepumpe ermöglicht somit, "Energie zu nutzen, die ansonsten verlorengegangen wäre, wie eben aus Abwärme, die im Stadtgebiet anfällt", ergänzte Gruber. Wien Energie habe 40 Mio. Euro in das Projekt investiert.

Restwärme aus Badewasser und Backöfen

Bis 2040 plane Wien Energie, die erneuerbare Wärmeproduktion erheblich auszubauen. In den vergangenen Jahren habe man laut Eigenangaben begonnen, ungenutzte Abwärmequellen der Stadt Wien zu verwenden, etwa Restwärme aus dem Badewasser der Therme Wien, den Backöfen der Manner-Fabrik und einem Rechenzentrum in Floridsdorf. Um künftig Wärme aus dem Erdinneren unter Wien im Rahmen der Tiefengeothermie zu nutzen, errichte Wien Energie derzeit gemeinsam mit der OMV eine Anlage in der Seestadt Aspern.

Bis 2040 soll laut Angaben der Wien Energie die Wärmeerzeugung für Wien aus Müllverbrennung (21 Prozent), Großwärmepumpen (31 Prozent), Tiefengeothermie (26 Prozent) und einem grünen Kraftwerk (22 Prozent) erfolgen. Um bis 2030 mehr als die Hälfte der Fernwärme aus erneuerbarer Wärme und Abwärme zu erzeugen, plane Wien Energie, 660 Mio. Euro in erneuerbare Wärmeerzeugung und Kreislaufwirtschaft zu investieren.

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