Ein Wiener Haubenrestaurant verkauft ein Schnitzel um 395 Euro und entfacht damit eine landesweite Debatte. Gold, Kaviar und Wagyu-Fleisch machen den "Kaiser Franz" zum wohl teuersten Schnitzel der Welt.
Ein Schnitzel für 395 Euro lässt in Wien die Wogen hochgehen. Im Haubenrestaurant Die Spelunke serviert man den "Kaiser Franz" als exklusives Zwei-Personen-Gericht, das sofort zum Stadtgespräch geworden ist. Edles Wagyu-Rindfleisch, essbares Blattgold, feiner Kaviar und eigens komponierte Aromen machen daraus mehr als ein Menü.
Tradition trifft Luxus
Das Filet stammt vom marmorierten Wagyu-Rind und wird nach klassischer Wiener Technik paniert. In goldbrauner Perfektion gebacken, glänzt es am Teller mit einem Überzug aus 23-karätigem Blattgold. Ein Zitronenparfum rundet den Duft ab und betont den Anspruch, nicht bloß zu sättigen, sondern zu verführen. Als Beilagen kommen Royal Caviar Imperial, Preiselbeeren, feine Babyerdäpfel und zarte Salatherzen auf den Tisch. Jede Komponente ist reduziert und präzise arrangiert. Gemeinsam ergeben sie ein bewusst inszeniertes Erlebnis für zwei Personen.
Grenzen des guten Geschmacks
Laut dem Restaurant geht es nicht um Showeffekte, sondern um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der Frage, wie weit sich österreichische Küche weiterdenken lässt. Der "Kaiser Franz" will Tradition nicht brechen, sondern aufwerten. Es geht um Herkunft, Wert und die Grenzen des guten Geschmacks - im doppelten Sinn.
"Das Gericht zeigt, wie weit man ein vertrautes österreichisches Thema denken kann, ohne es zu verfremden", sagt Inhaber Michael Dvoracek.
Zwischen Applaus und Kopfschütteln
Die Reaktionen auf das Luxus-Schnitzel lassen nicht lange auf sich warten. Manche feiern die Idee als mutig und konsequent, andere zerreißen das Konzept in der Luft. "Wow … das ist wirklich … ähm … unnötig", schreibt ein Instagram-User. "Für 395 Euro darf ich dem Koch dreimal in die Eier boxen nach dem Essen“, meint ein anderer. "Habts euch eigentlich ins Hirn gschi****?“ fragt ein dritter Kommentator.
Die Spelunke liefert nicht nur Essen, sondern auch Diskussionsstoff – elegant paniert und provokant präsentiert.