Raus aus dem Asphalt

Mega-Umbau: So radikal verändert sich die Landstraßer Hauptstraße

Auf der Landstraßer Hauptstraße im 3. Bezirk rollen jetzt die Bagger an. Etappenweise soll sich die Einkaufsstraße in einen begrünten und verkehrsberuhigten Boulevard verwandeln. Los geht es mit dem Abschnitt zwischen Juchgasse und Schlachthausgasse. 

Im ersten Bauabschnitt zwischen Juchgasse und Schlachthausgasse wird die Radinfrastruktur massiv verbessert. Wo es bisher lediglich schmale Mehrzweckstreifen gibt, werden nun auf beiden Seiten der Landstraßer Hauptstraße baulich getrennte Ein-Richtungs-Radwege errichtet.

Davon sollen nicht nur Radfahrer profitieren. Auch für Fußgänger und Autofahrer soll die Straße übersichtlicher werden. Kreuzungen werden neu gestaltet, Sichtbeziehungen verbessert. Zusätzlich entstehen rund 100 neue Radabstellplätze.

Mehr Grün statt Asphalt

Mit dem Umbau verschwindet auch viel Asphalt. Insgesamt werden rund 5.700 Quadratmeter Fläche entsiegelt. Rund 1.200 Quadratmeter davon werden zu neuen Grünflächen mit mehr als 70 Beeten.

1.200 Quadratmeter neue Grünflächen und 28 neue Bäume kommen.

1.200 Quadratmeter neue Grünflächen und 28 neue Bäume kommen.

© ZOOMVP.at

Zu den bereits vorhandenen 69 Bäumen kommen 28 neue Bäume und fünf Hochstammsträucher hinzu. Sie sollen im Sommer Schatten spenden und das Mikroklima verbessern. Alle Bäume bekommen eine automatische Bewässerung. "Damit machen wir die Lebensader durch den 3. Bezirk moderner, lebenswerter und klimafit", freut sich Planungs- und Mobilitätsstadträtin Ulli Sima (SPÖ).

Zwei neue Begegnungszonen

Nach dem ersten Bauabschnitt sollen zwei Begegnungszonen entstehen. Auf Höhe des Rochusmarktes - zwischen Weyrgasse und Erdbergstraße/Kundmanngasse - sowie zwischen Barichgasse und Juchgasse sollen sich auf Basis der ersten Planungen in Zukunft alle Verkehrsteilnehmenden den Straßenraum teilen. Neue Bäume, Sträucher, Sitzplätze und Wasserelemente sollen die Bereiche deutlich aufwerten.

Mega-Umbau: So radikal verändert sich die Landstraßer Hauptstraße
© Mobilitätsagentur Wien

15.000 Ideen aus der Bevölkerung

Die Planung basiert auch auf einem großen Beteiligungsprozess. Anrainer konnten ihre Ideen online, bei Veranstaltungen und an Infoständen einbringen. Insgesamt wurden rund 15.000 Vorschläge gesammelt. "Bei der Bürger-Befragung standen Verkehrsberuhigung, sichere Radverbindungen, Begrünung und Abkühlung ganz oben auf der Wunschliste. Viele legen zudem großen Wert auf eine Aufwertung des öffentlichen Raums - mit mehr Platz zum Gehen, attraktiven Sitzmöglichkeiten und erhöhter Verkehrssicherheit für alle", betont Bezirksvorsteher Erich Hohenberger (SPÖ).

Gleichzeitig soll die Durchfahrt für den öffentlichen Verkehr und den motorisierten Individualverkehr gewährleistet bleiben. Auch für die Geschäftstreibenden erwartet man positive Effekte. "Denn wo man gerne unterwegs ist, kauft man lieber ein", sagt Neos-Mobilitätssprecherin Angelika Pipal-Leixner. Der erste Bauabschnitt soll bis Sommer 2027 fertig sein.   

Kritik der Grünen am Umfang des Projekts 

Die Grünen fordern indes weiterhin die Umgestaltung der gesamten Landstraßer Hauptstraße. "Der neue Radweg auf der Landstraßer Hauptstraße ist richtig und längst überfällig. Nach einem der größten Beteiligungsverfahren der Stadt ist ein 700 Meter langes Teilstück aber viel zu wenig", sagen Bezirksvorsteherin-Stellvertreterin Siegrid Widhalm und Mobilitätssprecher Kilian Stark anlässlich des heutigen Spatenstichs.

Fehler im Artikel gefunden? Jetzt melden.
OE24 Logo
Es gibt neue Nachrichten