Gemeindebau-Killer glaubt, er ist ein

Neue Details zu Döbling-Mord

Gemeindebau-Killer glaubt, er ist ein "Staatspolizist"

Die Anzeichen, dass der Verdächtige von Neustift psychische Probleme haben dürfte, mehren sich.

Wien. Er tötete „wie aus dem Nichts“. Ohne Erklärung und ohne jedes Motiv? Nach der einzigen Zeugin der Bluttat vor einer Woche in einem Gemeindebau in Neustift im noblen Bezirk Döbling weiß auch die langjährige Ehefrau von Alois H. nicht, warum ihr Mann (46) den Nachbarn, Angestellten und Hobbyfotografen Andreas U. erschossen hat.
Wie ÖSTERREICH erfuhr, war Alois H., ein arbeitsloser Tischler, der als Hausarbeiter in der Feuerwehrzentrale gearbeitet hatte, nach der Bluttat mit dem Auto zu seiner Gattin ins Geschäft in der Innenstadt gefahren.
 
Bis um 5 Uhr früh fuhren sie mit dem Auto durch die Gegend. Man kann davon ausgehen, dass er ihr andeutungsweise erklärte, dass etwas passiert sei.
 

Verspottet, gemobbt 
und zuletzt arbeitslos

 
Als die beiden in der Früh zu ihrer Wohnung kamen, war sie polizeilich versiegelt. Da konnte die Frau ihn offenbar überreden, sich zu stellen. Gemeinsam fuhr man zur Wache in der Krottenbachstraße, wo Alois H. schon in der Schleuse die Glock-Pistole aushändigte. Bei ihm zu Hause wurde später übrigens eine zweite Handfeuerwaffe, eine Mauser, gefunden.
 
Bei der Festnahme rief er nur: „Ich bin der, den ihr sucht. Ich erschieße schon niemanden!“ Bei der ersten Einvernah­me erstaunte er alle mit der Aussage: „Ich werde nichts gestehen. Rufen Sie die Staatspolizei.“ So wurde früher das Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) genannt.
Auch beim Gespräch mit dem zunächst zugewiesenen Verfahrenshelfer und dann mit seiner Verteidigerin Astrid Wagner soll er sich dahin gehend geäußert haben, für die „Staatspolizei“ zu arbeiten. Ein Geständnis gibt es bis dato nicht, nur die Beschwerde darüber, dass er sich von den Ermittlern ausgelacht fühlte – ein weiteres Anzeichen für eine mögliche psychische Erkrankung. Verspottet, gemobbt und nicht respektiert fühlte sich H. schon seit Jahren. Deswegen verlor er im Vorjahr auch seinen Job.
Und das Opfer sein Leben. Nur weil es an seinem Geburtstag bestens gelaunt war und lachte, bevor der Killer aus nächster Nähe feuerte. Es gilt die Unschuldsvermutung. (kor)

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