Irre: Mieter zahlen 101.000 Euro fürs Kaltwasser nach

Genossenschaftsmieter sind entsetzt

Irre: Mieter zahlen 101.000 Euro fürs Kaltwasser nach

Siedlungsunion verlangt pro Wohnung bis zu 4.800 Euro Nachzahlung.

Der Genossenschaftsbau der Siedlungsunion in der Süßenbrunner Straße 4 bis 16 hat anlässlich seiner Eröffnung vor fast vier Jahren sogar einen Umweltpreis gewonnen. Für sozial verträgliche Kostenabrechnung wird es ganz sicher keine Auszeichnung geben, berichtet eine der Bewohnerinnen, Daniela J., im Gespräch mit ÖSTERREICH.

Kaltwasser-Abrechnung brachte riesigen Schock

Nachzahlung. Den Bewohnern der 111 Wohnungen war eine Betriebskostenabrechnung ins Haus geflattert, die ihnen die Haare zu Berge stehen lässt:

Für den Verbrauch von 7,1 Millionen Kubikmetern Kaltwasser werden der Hausgemeinschaft 101.581 Euro verrechnet. "Einzelne Mieter, darunter auch Alleinverdienerinnen haben Nachzahlungen von 4.055 Euro bis hinauf zu 4.800 Euro erhalten. Wie sollen sie das bezahlen", ärgert sich Daniela J.

Rätselhafte Fehler. Nach J.s Meinung gibt es in der Abrechnung einige Auffälligkeiten: "Da geht es um den Zeitraum Juli 2016 bis Juli 2019. Wir haben aber erst Ende August 2016 unsere Wohnungsschlüssel erhalten, als das Haus eröffnet wurde."

Viel Klärungsbedarf also mit der Innsbrucker Firma, die für die Siedlungsunion die Ablesung durchführte und die am Wochenende telefonisch nicht erreichbar war. Der Big Player auf diesem Markt ist den Mieterschützern in Wien bestens bekannt, auch und vor allem aus zahlreichen Streitfällen...

Stadträtin Gaál schaltet die Mieterhilfe ein

Unterstützung. ÖSTERREICH bat auch Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál um eine Stellungnahme: "Ich werde in diesem Fall die Mieterhilfe einschalten, damit diese Abrechnungen im Detail geprüft werden."