Lehrerin: 'War hilflos gegen Cybermobbing'

Pädagogin packt aus

Lehrerin: 'War hilflos gegen Cybermobbing'

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Schockierende Fakten aus dem Schulalltag sorgen für VP-Vorstoß gegen Gewalt.

 Martina S. (Name von der Redaktion geändert) hat sich nach Monaten des Schweigens dazu durchgerungen, über ihr Schicksal als Lehrerin an der Oberstufe einer Wiener Schule auszupacken.

Mobbing per WhatsApp. "Im Frühjahr waren wir regelrecht schockiert, als mehrere Lehrer über eine Schüler-WhatsApp-Gruppe stolperten, in der es vor Hass-Postings gegen fast aller Lehrer an unserer Schule nur so wimmelte. Wir waren dem Cybermobbing hilflos ausgeliefert", berichtet sie.

Übelste Beschimpfungen, die sie - noch immer tief von diesen Postings betroffen - gar nicht wiedergeben will, und "blanker Hass" schlugen ihr entgegen. "Mehrere Kolleginnen und Kollegen sagten, dass sie einfach nicht mehr in diese Klasse gehen wollen, so fertig waren sie", erzählt die Pädagogin weiter.

Polizei griff ein. Nach langen internen Diskussionen im Lehrerzimmer fand die Direktion schließlich einen Ausweg: "Den Schülern ist gar nicht klar, was ihre Aussagen bewirken, den Lehrern ist es extrem schlecht gegangen. Erst als wir die Polizei um Hilfe baten, die Vorträge gehalten und die Schüler eindringlich darauf hingewiesen hat, was sie mit dem Cybermobbing anrichten, hat sich die Situation gebessert. Wichtig ist, dass die Lehrer nicht allein gelassen werden, weil psychische Gewalt zum extremen Problem werden kann. Leider macht das die Polizei nicht systematisch, sondern nur in Einzelfällen. Eine fixe Kooperation aller Schulen mit der Polizei wäre sinnvoll, die Maßnahmen der Bildungsdirektion wie das Gewalttelefon bringen leider gar nichts", fasst Martina S. die Situation zusammen.

Mit VP-Sicherheitssprecher Karl Mahrer und Gemeinderätin Sabine Schwarz präsentierte die Pädagogin nun ein Forderungspaket gegen Gewalt in der Schule: Wie bei der Verkehrserziehung müsse eine systematische Zusammenarbeit mit der Polizei her, jeder Schulstandort brauche Sozialpädagogen, und die Fakten müssten objektiv erhoben werden.

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