Oberlaa

Nagelköder lassen Hundebesitzer in Wien bangen

In Wien-Oberlaa herrscht derzeit große Angst unter Tierbesitzern. Seit Wochen werden rund um den Liesingbach gefährliche Nagelköder ausgelegt, die bereits zwei Hunden das Leben gekostet haben. 

Die Situation im Bereich Oberlaa spitzt sich dramatisch zu. Laut der Initiative Lebensraum Oberlaa werden seit rund drei bis vier Wochen gezielt Fleischstücke verteilt, die mit spitzen Nägeln versehen sind. Anrainer berichten von einem Ausmaß an mutwilliger Gefährdung, das es in dieser Form in der Gegend noch nie gegeben hat.

Tödliche Falle am Liesingbach

Die Folgen der präparierten Köder sind verheerend: Zwei Hunde sind bereits an den inneren Verletzungen durch das Metall gestorben, ein weiteres Tier kämpft derzeit in einer Tierklinik um sein Leben. „Die Hunde verschlingen das Fleisch, bevor man sie stoppen kann“, schildert eine betroffene Anrainerin gegenüber MeinBezirk. Besonders schockierend ist der Fundort vieler Köder, die teilweise in unmittelbarer Nähe von Kinderspielplätzen entdeckt wurden, was auch eine Gefahr für Menschen darstellt.

Polizei stellt Beweismittel sicher

Die Behörden sind bereits eingeschaltet und bestätigen die Vorfälle. Die Polizei konnte bei Kontrollen im betroffenen Gebiet bereits mehrere mit Nägeln präparierte Wurststücke sicherstellen. Laut Zeugenberichten sammelten Beamte teilweise sackerlweise gefährliches Material ein. Bisher sind der Polizei offiziell zwei verletzte Hunde bekannt, wobei ein Tier notoperiert werden musste, während bei einem anderen rechtzeitig eingegriffen werden konnte.

Schutzmaßnahmen für Tierhalter

Das Veterinäramt der Stadt Wien (MA 60) rät dringend zu erhöhter Vorsicht. Der verlässlichste Schutz in Warngebieten sei derzeit ein Maulkorb sowie das konsequente Führen an der Leine. Besitzer sollten genau beobachten, was ihre Tiere vom Boden aufnehmen. Sollte ein Hund dennoch einen Köder fressen, ist der sofortige Gang zum Tierarzt lebensnotwendig. Dabei ist es für die Behandlung wichtig zu wissen, was genau und in welcher Menge aufgenommen wurde.

Ruf nach sicheren Auslaufzonen

Die Initiative Lebensraum Oberlaa sieht in den Vorfällen auch ein strukturelles Problem. Da es in Oberlaa bisher keinen einzigen offiziellen Hundeauslaufplatz gibt, herrscht überall Leinen- und Maulkorbpflicht. Die Forderung nach einem geschützten Platz für Hunde wird laut, da dies die Gefahr durch illegal ausgelegte Köder vermutlich eindämmen könnte. Aktuell warnen Anrainer mit selbstgedruckten Plakaten vor der unsichtbaren Gefahr im Gras.

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