Das Favoritner Areal mit Platz für 9.000 Wohnungen wird ab 2030 errichtet, wie am Montag offiziell verkündet wurde.
Die Pläne für den Süden werden immer konkreter: In Wien sind am Montag Details zum künftigen Stadtentwicklungsgebiet Rothneusiedl präsentiert worden. Im neuen Gesamtleitbild, das nun zur Beschlussfassung ansteht, sind auf dem 124 Hektar großen Areal im Bezirk Favoriten insgesamt 9.000 Wohnungen für 21.000 Menschen vorgesehen. Ein Drittel des Stadtteils soll aus Grünraum bestehen. Projektiert ist auch ein Direktanschluss an die U-Bahn-Linie U1.
Gregor Puscher, Geschäftsführer des wohnfonds_wien, Abteilungsleiter MA 21A Bernhard Steger, NEOS-Planungssprecherin Selma Arapović, Bezirksvorsteher Marcus Franz, Planungsstadträtin Ulli Sima, Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke und Planungsdirektor Thomas Madreiter.
Das Gebiet im Süden Wiens gilt seit vielen Jahren als potenzielles Stadterweiterungsgebiet. Ganz unumstritten war die Verbauung der Fläche nie. Spekuliert wurde einst etwa damit, dass Magna-Gründer und Ex-Politiker Frank Stronach dort ein Stadion errichten könnte. Dieses kam genauso wenig wie ein ebenfalls ventiliertes Einkaufszentrum.
Nun wurde ein städtebauliches Leitbild für einen künftigen Stadtteil entwickelt. Das ist gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern geschehen, wie bei der Präsentation mit Planungsstadträtin Ulli Sima (SPÖ) erläutert wurde. Das Konzept legt fest, wo Gebäude, Erholungsflächen, Straßen, Öffis oder Sportanlagen errichtet werden sollen.
Ringförmiger Park
Der Löwenanteil bei den Wohnungen wird mit einem Anteil von zwei Dritteln auf den geförderten Sektor entfallen. Vorgesehen ist auch ein Betriebsgebiet, in dem bis zu 8.000 Arbeitsplätze entstehen sollen. Man wolle verhindern, dass Rothneusiedl ausschließlich eine Schlafstadt wird, hielt Sima fest. Umringt wird der Stadtteil von einem Park. Dieser allein komme auf 25 Hektar Grünfläche, wie betont wird.
Die U-Bahn wird Rothneusiedl ebenfalls ansteuern. Geplant ist, dass die U1 Richtung Oberlaa bei der Station Alaudagasse auf eine neue Trasse abzweigt und das Grätzel erschließt. Die Züge sollen abwechselnd zu den beiden Endstationen fahren.
Baustart 2030 vorgesehen
Bis es so weit ist, wird es jedoch noch dauern. Die Errichtung des neuen Stadtteils soll 2030 beginnen, die Besiedlung ab Mitte der 2030er Jahre. Dann soll auch der U-Bahn-Bau starten, der um 2040 abgeschlossen werden soll.
Die geplante Süd-Stadt wird weitgehend frei von Straßen sein, wurde heute betont. Trotzdem soll sie gut mit dem Auto erreichbar sein. Denn in unmittelbarer Nähe gibt es die Schnellstraße S1, wie Sima hervorhob. Das unterscheidet Rothneusiedl vom Stadtentwicklungsgebiet Seestadt Aspern, wo die Verlängerung der S1 - also die umstrittene Nordostumfahrung samt Lobautunnel - erst noch errichtet werden soll.