Ein Kommentar von oe24-Chefredakteur Niki Fellner.
Der 1. Mai ist für die SPÖ so etwas wie Weihnachten und Ostern.
- SPÖ-Krise: Vranitzy und Häupl als Zeichen der Einigkeit
- Babler-Attacke auf Kickl: "Brauchen keinen Trump auf österreichisch"
- Mit Stalin, Mao und Marx: Linke-Skandal-Demo am 1. Mai
Das zelebrierten die Genossen auch heute wieder. Mit Klassenkampf-Parolen, Anti-Kickl-Attacken und Budget-Schönrederei bediente Andreas Babler alle Vorurteile, die man sich vom roten Feiertag erwartet.
Wer angesichts der miserablen Umfragewerte etwas Selbstkritik (oder Zukunftsvisionen für das Land) suchte, war allerdings fehl am Platz. Aber was feierte die SPÖ gestern eigentlich?
- Dass sie in den Umfragen so schlecht liegt wie überhaupt noch nie?
- Dass ihr Parteichef derzeit der unbeliebteste Politiker Österreichs ist?
- Dass die Partei ein völlig zerstrittener Haufen ist, in dem der einzige Konsens sein dürfte, dass alle mit Babler unzufrieden sind?
- Oder dass sich die roten Regierungsverhandler beim Budget wieder einmal von ÖVP und NEOS über den Tisch haben ziehen lassen - und jetzt vor allem die potenziellen SPÖ-Wähler (Pensionisten, Frauen und Geringverdiener) zu den großen Verlierern gehören…
Ähnlich wie beim SPÖ-Maiaufmarsch muss es auf der Titanic zugegangen sein - kurz bevor sie unterging. Den Eisberg will in der SPÖ scheinbar niemand sehen …